HOME ¦ SPECIALS ¦ DIRECTORS ¦ GUESTBOOK ¦ FORUM






























 

X-MEN - THE LAST STAND (2006)

Regie: Brett Ratner
Drehbuch: Zak Penn, Simon Kinberg 

Darsteller: Hugh Jackman, Halle Berry, Patrick Stewart, Ian McKellen, Famke Janssen, Kelsey Grammer

Kamera: Philippe Rousselot, Dante Spinotti
Schnitt: Mark Goldblatt, Mark Helfrich
Musik: John Powell

Laufzeit: 108 min.
Dt. Start: 25.05.06
Verleih: Fox

KURZINHALT

 

In X-MEN: DER LETZTE WIDERSTAND („X-Men: The Last Stand“, 2006), dem

absoluten Höhepunkt der X-MEN Filmtrilogie, droht ein „Heilmittel“ gegen Mutationen den Lauf der Geschichte für immer zu verändern. Zum ersten Mal haben Mutanten nun die Wahl: Entweder sie entscheiden sich dafür, ihre Einzigartigkeit zu bewahren und so ein isoliertes und von der Welt entfremdetes Leben zu führen, oder sie geben ihre Kräfte auf, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Die unterschiedlichen Standpunkte der Mutantenanführer Charles Xavier, der an das Gute im Individuum glaubt, und Eric Lehnsherr (Magneto), der ganz im Sinne Darwins davon überzeugt ist, dass sich die stärkere Rasse durchsetzen wird, werden auf eine ultimative Probe gestellt. Der Krieg der Kriege, der alle Kämpfe beenden soll, steht kurz bevor...


Im Jahre 2000, startete mit X-MEN die Renaissance der Comic Verfilmungen.
Vergessen waren die billig Adaptionen der Superhelden und die A-Klasse war da! Nicht dass die erste X-MEN Verfilmung ein riesiger A-Film war, (dies folgte erst 2 Jahre später mit Sam Raimi's SPIDER-MAN) aber es war ein sehr feiner kleinerer B+ Film - was keine Bewertung sein soll.

Drei Jahre später folgte der geniale X2 - X-MEN UNITED der endgültig bewies, dass die X-MEN zu den besten Comicverfilmungen überhaupt gehören - und so viele gibt es davon leider nicht.
 
Nun, ganze 6 Jahre später, kommt der dritte Film - in der vom Studio als Trilogie bezeichneten Reihe - in die Kinos. Während die ersten beiden Filme von Bryan Singer (USUAL SUSPECTS, APT PUPIL) inszeniert wurden, übernimmt Brett Ratner (RUSH HOUR, RUSH HOUR 2, RED DRAGON) die Regie.

Es ist sehr oft schwierig eine Filmreihe distanziert zu betrachten, wenn einige Filme davon von denselben Filmemachern gedreht sind und danach von anderen fortgesetzt werden. Eigentlich dürfte dies bei Comicvorlagen kein Problem sein, da es das Material bereits vorher gab und man sowieso sich selbst ein Bild davon gemacht hat. Schwieriger finde ich es wenn Reihen, die der Filmemacher selbst kreiert hat, wie z.b. James Cameron und sein TERMINATOR oder auch Blake Edward's PINK PANTHER, von anderen fortgeführt werden. Ob es nun Tim Burton's Version von BATMAN ist, oder die von Christopher Nolan (BATMAN BEGINS) ist eigentlich egal, da so eine Figur wie BATMAN, so eine lange Geschichte auf dem Buckel hat, dass jeder eine bestimmte Epoche daraus portraitieren kann.

So auch bei unserem aktuellen Sequel (oder auch Threequel) X-MEN - THE LAST STAND. Nur hat hier Brett Ratner nicht versucht seine Version der Mutanten auf die Leinwand zu bannen. Anstatt dessen hat er eine treue Fortsetzung der Bryan Singer Filme inszeniert, nur eben mit ein wenig mehr Pep. Das Drehbuch von X-MEN - THE LAST STAND ist nämlich das was schwächelt - nicht die Regie. Bryan Singer ist kein guter Action Regisseur. Singer ist besser bei mehrschichtigen Thrillern wie USUAL SUSPECTS aufgehoben, als bei Action-Spektakeln (meine größte Sorge bei SUPERMAN RETURNS). Ratner Action ist hingegen handfester.

Das Problem an dem neuen Film ist nur die Interaktion der Figuren. Und das liegt eindeutig in den Händen der Drehbuchautoren. Das schlimme dabei ist, dass ich mich nicht mal traue zu schreiben welche Scripts das Autoren-Duo bereits "verzapft" hat: XXX 2, ELEKTRA, MR. & MRS.SMITH, SUSPECT ZERO, BEHIND ENEMY LINES! Es ist schon schlimm dass Studios diese Drehbücher produziert haben, aber dass sie solche Leute an eine Franchise wie X-MEN ranlassen?
Das Team hat diesmal soviel Zeugs in den Film gepackt, dass die Handlung keine Chance hat allen Charakteren gerecht zu werden. Es ist wie bei den STAR TREK Filmen: die Filmhandlung reicht nur für 2 bis 4 Personen und der Rest wird dann zum Nebencharakter. Dies geschieht z.b. mit Rogue. Sie wurden im ersten Film als wichtige Figur eingeführt, im zweiten schon ein wenig vernachlässigt und im dritten fast ganz aussen vor gelassen. Ihre wenigen Szenen bringen sie wie eine giftige Tante rüber, die Angst hat, dass sie ihr Freund, Iceman, sie wegen einer jüngeren, Kitty Pride (Ellen Page, die ihre kleine Rolle besser ausfüllt), verlässt. Dadurch, dass die beiden so wirken wie sie wirken hat für mich schon die jüngere, Kitty, gewonnen! Der Film ist einfach zu kurz (auch interessant so etwas in der Zeit von KING KONG - zuuuuuuuuuuuu lang - zu sagen).
Nicht einmal Hauptfigur Wolverine hat genügend Zeit sich zu entfalten. Manchmal wird er einfach nur für Rand-Gags "missbraucht". Ein bisschen wie der Terminator in T3. Plötzlich interessiert er sich gar nicht mehr für seine Vergangenheit. In den ersten beiden Filmen hat ihn sonst nichts interessiert und hier gar nicht. Vielleicht sparen sich die Macher dieses Thema für den WOLVERINE Film. Mag sein. Dann ergibt das wieder Sinn!

Überhaupt wirkt der Film ein wenig unentschlossen. Oder er kommt so rüber, weil ich als Zuschauer nicht weiß was ich eigentlich von dem Film erwarte. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Macher und die Studiobosse selbst nicht genau wissen was sie wollen. Laut Studio ist dies der letzte Film - laut den Produzenten könnte es noch X-MEN 4 bis 9 geben. Hhm, laut Zuschauer...

Eigentlich finde ich den Film schon ganz gut. Er kommt nicht an den zweiten ran. Der zweite ist ein A-Film. Der erste war ein netter B-Film und der dritte ist eine Mischung aus beiden. Ich weiß nicht ob es ein B+ oder A- Film ist. Und zwar nicht als Schulnote. Sehr gut waren die Szenen mit Professor Xavier und Magneto (wie immer), Storm hatte ein wenig mehr zu tun, das neue Musik-Titel-Thema klang sehr gut (der restliche Musikscore ist mir nicht ist richtig aufgefallen - ausser dass Komponist John Powell kurz Michael Kamens Titelthema aus dem ersten Film zitiert! - als einzelner Score kann er aber öfter gehört werden als die ersten beiden Soundtracks!) Hugh Jackman ist immer Klasse auch wenn er nicht viel zu tun hat, Kitty Pride ist ein guter neuer X-(Wo)Men! Beast war großartig aber zu kurz!

Die schlechten Sachen: zu wenig Wolverine - zu wenig Mystique - Cyclops (in allen drei Filme schlecht eingesetzt) - was sollte Angel überhaupt im Film - Jean Grey/Dark Phoenix (hat nichts mit diesem Film zu tun, aber nach ihrem Auftritt in NIP/TUCK sehe ich Famke ein wenig anders) - Storm (ja, Halle taucht in beiden Kategorien auf - bitte umbesetzen) - und obwohl mich die ganzen "Tode" beim ersten Mal gucken genervt haben, finde ich sie im nachhinein gut plaziert, also effektiv!

In diversen Magazinen und Onlinepublikationen wird über den "Fluch" der dritten Teile geredet. Ich finde X-MEN - THE LAST STAND ist ein gutes Beispiel dafür, dass es auch schlimmer hätte enden können.
Dritte Filme sind immer sehr "zerbrechlich". Sie können eine Reihe krönen (LORD OF THE RINGS) oder komplett vernichten (MATRIX)!
Es gibt einige die in die Kategorie "Top Dritte Filme" gehören:
INDIANA JONES AND THE LAST CRUSADE, REVENGE OF THE SITH, RETURN OF THE KING, RETURN OF THE JEDI, HARRY POTTER AND THE PRISONER OF AZKABAN, MISSION IMPOSSIBLE III, STAR TREK III

es gibt dann die guten:
BACK TO THE FUTURE - PART III, DIE HARD WITH A VENGEANCE, ROCKY III, THE GODFATHER - PART III, ARMY OF DARKNESS, JURASSIC PARK III
 
die netten (die keinem richtig weh tun!):
NAKED GUN 33 1/3, TERMINATOR 3, BATMAN FOREVER, AUSTIN POWERS - GOLDMEMBER

und die schlimmen:
ALIEN 3, BEVERLY HILLS COP III, MATRIX REVOLUTIONS, HALLOWEEN III, JAWS III, SUPERMAN III, SCREAM III, BLADE - TRINITY

Wow, es gibt doch einige dritte Teile!!

X-MEN kommt aber locker in die guten rein und je nachdem wie die Zeit mit dem Film umgeht, könnte er noch einer der sehr guten werden!!!

Noch eine Rand-Info: SPIDER-MAN 3 ist einer der wenigen dritten Teile, bei denen der Regisseur von den ersten beiden Filmen wieder mit dabei ist. D.h. dass eigentlich nicht schief laufen könnte!!!

Und noch was: SUPERMAN III ist hier bei den schlechten Threequels gelandet, da die Zeit mit dem Film nicht gut umgegangen ist.
Als GreekGeek den Film im März 1984 im Kino gesehen hab, war es der beste Film aller Zeiten (ausser STAR WARS). Das lag auch daran, dass es für jemanden der zu der Zeit zwischen 10 und 12 war, diese Art von Filmen natürlich das Grösste waren. Auch noch hinzu kommt, dass man den Schauspieler Christopher Reeve damals, vielleicht, wirklich für Superman hielt und nicht mit anderen Rollen in Verbindung brachte. Jetzt kennt man die Schauspieler und weiß das Hugh Jackman nicht Wolverine ist. (er ist Van Helsing!)
Ich will damit nur sagen, dass ich gerne wüßte wie die X-Men Filme zur Zeit den 10 bis 12 jährigen gefallen und nicht den über 40 jährigen Computer Nerds die sich lauthals im Internet über diese Art von Filmen beschweren.

So, das war's! 


greekgeek 2006


greekgeek.de © 2005 • Privacy Policy • Terms Of Use