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SWEENEY TODD
THE DEMON BARBER OF FLEET STREET

SWEENEY TODD - THE DEMON BARBER OF FLEET STREET (2007)

Regie: Tim Burton
Drehbuch: John Logan

Darsteller: Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Alan Rickman, Timothy Spall, Sacha Baron Cohen, Jamie Campbell Bower, Laura Michelle Kelly

Kamera: Darius Wolski
Schnitt: Chris Lebenzon
Musik: Stephen Sondheim

Laufzeit: 116 min.
Dt. Start: 22.02.08
Verleih: Warner Bros.


Johnny Depp übernimmt die Hauptrolle in Tim Burtons Verfilmung von Stephen Sondheims preisgekröntem Musical-Thriller „Sweeney Todd“, einer Co-Produktion von Warner Bros. Pictures und DreamWorks Pictures.

Als Sweeney Todd wird Depp unschuldig ins Gefängnis geworfen und schwört Rache nicht nur für seine brutale Strafe, sondern auch für das grausige Schicksal, das seine Frau und Tochter erleiden müssen. Eines Tages kehrt er zurück, arbeitet wieder als Frisör und steigt zum dämonischen Barbier der Fleet Street auf: „Er rasiert den Gentlemen die Köpfe, die daraufhin spurlos verschwinden.“

Helena Bonham Carter backt als Mrs. Lovett diabolische Fleischpasteten und wird Sweeneys Geliebte und Komplizin.
Alan Rickman spielt den bösen Richter Turpin, der Sweeney ungerechterweise zur Haftstrafe verurteilt und damit Sweeneys Rachefeldzug provoziert.
Unterstützt wird der Richter von seinem verschlagenen Partner Beadle Bamford (Timothy Spall).
Sacha Baron Cohen spielt den extravaganten Barbier-Rivalen Signor Adolfo Pirelli.
Alle Stars singen Stephen Sondheims Lieder höchstpersönlich.



Review:

GreekGeek liebt Musicals! Egal ob tragische oder lustige, fantastische oder morbide!
Zu GreekGeek's Lieblings-Musical gehören z.b. WICKED und SUNSET BOULEVARD.
Tim Burton's SWEENEY TODD Verfilmung fällt auf jeden Fall in die Abteilung "morbid"!

Tim Burton suchte sich ein Musical aus, dass kaum besser in sein Repertoire passt.
(Obwohl das Projekt lange bei Sam Mendes (ROAD TO PERDITION, JARHEAD) lag!)

Mit SWEENEY TODD hat Tim Burton ohne Zweifel seinen besten Film seit - GreekGeek's Lieblings-Burton - SLEEPY HOLLOW inszeniert.
Der neue Film erinnert auch Streckenweise sehr daran.

Die Welt des SWEENEY TODD ist sehr monochrom. Ich werde auf keinen Fall das Wort "düster" gebrauchen, dass mittlerweile von jedem Möchtegern-Filmanalytiker benutzt wird um einen Film positiv zu bewerten, z.b. "der neue Film von ..... ist diesmal aber richtig düster", oder "aber der zweite Teil der Trilogie ist düster".

Monochrom: Greek für einfarbig.
Mono= allein bzw. einzeln und Chrom (eigentlich Chroma) = Farbe.
Nicht das der Film SWEENEY TODD aus nur einer Farbe besteht. Eher der Charakter des SWEENEY TODD.
In manchen Szenen wirkt er fast einkopiert. Besonders in den bunteren Momenten in denen sich Mrs. Lovett wünscht ein "normales" Leben mit ihm zu führen!
Dies gilt für Mrs. Lovett auch.

Beide wirken wie aus einem 30er Jahre Universal Studios Horror Film, z.b. BRIDE OF FRANKENSTEIN.
Und jetzt kommts: der Rest des Films, also London in dem Fall und die restlichen Charaktere, wirken als ob sie gerade einem 60er Jahre Hammer Studios Horror Film entsprungen wären.
Genau wie in SLEEPY HOLLOW.

Also setzt Burton auf den Horror eines Universums in Interaktion mit dem Horror eines anderen. Todd und Mrs. Lovett sind zwar anders als die anderen - irgendwie schon Monsterartig - können sich aber den anderen "Monstern", wie eben Richter Turpin (wieder mal sehr gut: Alan Rickman) nicht anpassen! Monster ist nicht gleich Monster.
Passend, dass Todd sagt: "Barbier ist nicht gleich Barbier!"



Als ich aus dem Kino kam, dachte ich als erstes, dass ich zwar alles bekam was ich von diesem Film erwartet hab, aber nicht viel mehr.
Es wirkte ein wenig so als ob Burton sich mittlerweile (also die letzten 20 Jahre) eine Nische kreiert hat, in der er verschwinden kann und sich gegeben falls auch verstecken kann.
Seine Projekte sind mittlerweile unantastbar weil sie eben in einem eigenen Universum existieren!

Das er es mit dem Erzählrythmus nicht so richtig drauf hat ist eine konstante Schwäche seiner Filme.

BIG FISH, MARS ATTACKS, CHARLIE AND THE CHOCOLATE FACTORY.
Alle leiden von einem unstättigen Erzähltempo.
Es ist als ob man müde auf der Autobahn fährt und durch die Müdigkeit abwechselnd mal 80 kmh, mal 120 kmh und dann wieder 90 fährt. Und zwar planlos!

Aber er hat es sich selber so "erschaffen", dass es dazu gehört und nicht so richtig angegriffen werden kann. Burton hat mit seiner Filmografie sein eigenes "Monster" erschaffen!

SWEENEY TODD hat diese Schwächen nur ganz kurz in der Mitte.
Liegt wahrscheinlich auch daran, dass es diesmal eine bereits ausgearbeitete Story aus einem anderen Medium ist.
Und trotzdem sind meine Burton-Erzähltempo-Detektoren angegangen!

Und manchmal wünsch ich mir, dass er uns auch andere Geschichten erzählt. Die in einem neuen Film Universum spielen.
Er hat's zwar mit PLANET OF THE APES (seinen meiner Meinung nach schwächsten Film) versucht aber wirkte total verloren und bei BIG FISH (ein Projekt bei dem er in letzter Minute einsprang) hat es nur teilweise funktioniert.



Ist schon schlimm wenn man als Fan etwas so gutes und perfektes wie SWEENEY TODD bekommt und trotzdem nicht zufrieden ist...
Nicht vom Film selbst, sondern von seinem Macher... Komisch, Komisch...

Jedenfalls ist SWEENEY TODD nichts für zartbeseitete.
Das Blut spritzt in der zweiten Hälfte des Films in Strömen. Besonders in meiner Lieblings-Szene des Films, wenn der Song "Johanna", im 3. Akt, zum zweiten mal interpretiert wird, mußte ich doch ein paar Mal weg gucken!
Die Szene in der sich Todd innerlich von seiner Tochter verabschiedet und sich dem Wahnsinn ergibt ist das beste was das Jahr 2007 ins Kino gezaubert hat.
Weiterer Highlight des letzten Kinojahres ist die komplette Szene des Songs "Epiphany"!!!

Alright! You, sir?
How about a shave?
Come and visit. Your good friend Sweeney!
You sir! Too, sir
Welcome to the grave.
I will have vengenance. I will have salvation...
Who, sir? You sir! No one's in the chair come on, come on
Sweeney's waiting. I want you bleeders.
You sir? Anybody? Gentlemen, now don't be shy
Not one man. No, nor ten men. Nor a hundred can assuage me.



Herausragend ist die Leistung von "Mrs. Burton" Helena Bonham Carter. Ich bin noch nie ein großer Fan von ihr gewesen und hatte anfangs Angst, dass sie einfach ihre Rolle aus HARRY POTTER AND THE ORDER OF THE PHOENIX wiederholen würde.
Dem war aber überhaupt nicht so. So durchgeknallt ihre Mrs. Lovett auch sein mag, ist sie die "Seele" dieses Films!

Bin schon wieder am schwärmen!!
Ich glaube, dass SWEENEY TODD locker die Nummer 1 des Jahres 2007 werden könnte (bei GreekGeek zählt immer der US-Starttermin als Erscheinungsjahr).
Ich müßte mir SWEENEY TODD noch einmal angucken um den "Nochmal-Seh-Faktor" zu testen!
PIRATES OF THE CARIBBEAN: AT WORLD'S END, RATATOUILLE und TRANSFORMERS haben dies bereit erfolgreich hinter sich gebracht!





GreekGeek, Februar 2008

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