RetroGeek - SUPERMAN THE MOVIE


Warum ich Richard Donners Superman immer noch super finde. Ich habe den Film erst 1994 gesehen und war sofort total begeistert. Er wirkte so überhaupt nicht angestaubt, die Effekte (vor allem das Fliegen) sahen immer noch super aus und auch sonst wirkte und wirkt der Film kaum "outdated".

Ich mag John Williams' Liebesthema und die ganze "Can
you read my mind" Sequenz wirkt immer noch traumhaft. Was für eine tolle Entscheidung, sich in einem Blockbuster für so eine Sequenz so viel Zeit zu nehmen. Überhaupt, die Schauspieler. Durch die Bank grossartig, glaubwürdig und liebenswert. Und Marlon Brando ist auch dabei!

Wenn man
übrigens den Kommentar mit Richard Donner (Anm. GreekGeek: auf der DVD) und dem Drehbuchautor hört ist einem sofort völlig klar, wieso dieser Film so toll ist. Die Jungs hatten einfach Spass (naja, ausser das alle gefeuert wurden) und haben kapiert, worum es geht.

Und eben weil dieser Film für mich noch so frisch wirkt (und spätestens
hier wird der GreekGeek mit den Augen rollen) brauche ich gar keine 150-Mio-$ Neuinterpretation (oder wie auch immer die das nennen). Fast alles im Trailer habe ich schonmal gesehen, so ist auf jeden Fall mein aktuelles Gefühl. Aber vielleicht überrascht mich der neue ja doch, wäre ja schön.

Canopus





Ich habe den Donner Superman erst gerade vor einer Woche auf DVD geschaut. Tja, das einzige was nicht mehr so funktioniert sind die Spezialeffekte, die für unsere heutigen Sehgewohnheiten sehr antiquiert wirken.

Was mir damals und auch heute noch sehr gut gefallen ist das Villains Team (Lex,Otis und Miss Techmaker(?)). Super cool und sehr lustig die drei (auch wenn sie dadurch eher durchgeknallt als böse erscheinen).
Was damals wie heute immer noch GRAUENHAFT ist, ist diese unsägliche Liebes-Flugsequenz mit Supi und Lois....ARGH. Unsäglicher Schrott!

Über die Musik von John Williams muss ich eigentlich kein Wort verlieren. Die ist heute wie damals einfach nur genial. Der Marsch bzw. das Superman-Thema sind längst selber zu Ikonen geworden. Der ganze Score zählt mit Sicherheit zu den besten die Mr. Williams jemals gemacht hat.

ScoreMaster




Eine Retrospektive zwingt jeden Film in eine neue Gestalt. 28 Jahre nach der Entstehung von Superman - The Movie steht die Geschichte des Manns aus Stahl in einem anderen Licht da als zur Zeit seiner ersten Kinoauflage. Um einen solchen Film fair zu betrachten, darf dies nicht unbeachtet bleiben. Nicht nur die Erwartungen eines heutigen Publikums - ich vermeide absichtlich den Begriff 'modernes' Publikum - unterscheiden sich von damals, auch das Genre der Comicverfilmungen, damals noch recht jung, hat sich nach etlichen mehr oder weniger geglückten Comicadaptionen weiterentwickelt. Sogar Comics an sich sahen damals anders aus als heute. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Superman - The Movie nicht dem entspricht, was heutzutage von beispielsweise Batman Begins oder Spiderman 2 erwartet wird. Alleine die politische Konnotation, die dem in Rot und Blau gekleideten Helden nicht abzusprechen ist, der für Wahrheit, Gerechtigkeit und die Amerikanische Lebensweise eintritt, würde heute vielerorts auf Missgunst treffen. Das Bild, welches Amerika gerne von sich projiziert, und dessen Wahrnehmung außerhalb der USA entfernen sich immer mehr voneinander. Was 1978 noch vielleicht noch tugendhaft wirkte, wird heute oft als Naivität interpretiert. Wenn man also diesen Film nicht 1978 im Kino erlebt hat und sich seine damaligen Eindrücke nicht wieder ins Gedächtnis rufen kann, so sollte man auf diesen Film eingehen, damit er nicht hinterm Schleier von dem, was jüngste Produktionen als zeitgemäße Comicverfilmungen vorgeben, verloren geht.

Als einer der offensichtlichsten Aspekte darf hierbei der technische Fortschritt gesehen werden. Aber dies kann man dem Film kaum anlasten. Filme werden nicht schlechter, weil sie älter werden. Er war zu seiner Zeit eine der modernsten, aufwendigsten Produktionen überhaupt. Dennoch ist die visuelle Komponente für den heutigen Zuschauer nicht zu ignorieren, auch wenn der gute Wille vorhanden ist. Man kann sich auf den Standpunkt stellen, dass je besser, je realistischer die Spezialeffekte sind, desto größer ist der Immersionseffekt, desto weniger wird der Zuschauer aus der Glaubwürdigkeit der Filmwelt gerissen. Ist man heutzutage an nahezu nicht zu erkennende CGI Effekte gewöhnt, fällt es sicherlich schwer, Filme zu geniessen, die tricktechnisch weit unter diesen Standards liegen. Der Grund dafür ist aber auch, dass viele neuere Filme in einem so starken Maße auf solche Effekte zurückgreifen, dass sie ohne sie gar nicht funktionieren würden. Aber wirklich gute Filme arrangieren alles um eine packende Geschichte. Einen guten Film machen schlechte Effekte nicht uninteressanter. Idealerweise werden sie dann ganz vermieden. Es gibt andere Mittel als Spezialeffekte, um Geschichten zu erzählen. Je mehr Fantasie die Zuschauer mitbringen, um so einfacher wird es für den Filmemacher. Er muss nur wissen, sie richtig anzusprechen. Dies ist auch der Fall bei Superman. Auch aus heutiger Sicht fällt es leicht, über die Effekte hinwegzuschauen. Somit stellt sich die Frage, was denn diese Geschichte so besonders macht?

Der Grundaufbau ist in keinster Weise bemerkenswert. Viele behaupten, der Anfang sei zu lang. Auch der vermeindliche Hauptkonflikt des Films, die Auseinandersetzung zwischen Lex Luthor und Superman, ist kein Meilenstein. Auch wenn sie effekttechnisch und vom Umfang der Szenerie damals enorm gewesen sein mag. Sie ist aber auch nicht der Zentrale Punkt des Films. Es geht um Superman. Es geht nicht darum, wie Superman seine Werte verteidigt, sondern wie er sie erlangt und sie beschützt. In dieser Weise ist Superman eine sehr moderne Comicverfilmung. Sie konzentriert sich auf den Charakter des Helden und auf seine Schwächen, nicht auf seine Taten. Natürlich wird in diesem Film auch dem Actionkino genüge getan. Superman rettet viele Menschen, kämpft gegen Luthor und gewinnt am Ende. Dies ist auch der Teil des Films, dem der Author nicht viel Gutes abgewinnen kann. Es sollte aber im Gesamtkontext des Films gesehen werden.

Wer ist also Superman? Ein Großteil der ersten Hälfte des Films beschäftigt sich genau mit dieser Frage bevor sich die Handlung im Jahr 1978 wiederfindet. Der kleine Kal-El wird von seinen Eltern zur Erde geschickt und dort von den Kents aufgezogen, die das Findelkind als ihr eigenes aufnehmen. Dieser Junge entwickelt aufgrund seiner außerirdischen Physiologie enorme Kräfte, die ihn mit beliebiger Geschwindigkeit fliegen und jede Masse bewegen lassen. Interessant hierbei ist, dass er zwei Väter hat. Einerseits seinen leiblichen Vater, genannt Jor-El, vom Planeten Krypton, der ihn zum Schutz wegschickt und ihm im Jugendalter mit Hilfe von kristallenen Wissensspeichern viele Jahre lang in das Wissen und die Moral des Universums einführt, anderseits gibt es Jonathan Kent, der den Jungen mit seiner Frau nach dessen Ankunft bei sich aufnimmt und als Clark Kent großzieht. Beide haben großen Einfluss auf seine Entwicklung und beide geben ihm viel mit auf den Weg. Die Analogien die hier zu sehen sind, sind nicht schwer zu finden. Einerseits das moderne, wissenschaftliche, vielleicht sogar fast spirituelle, andererseits die Werte eines alten Amerikas fernab von dem Treiben in den Großstädten. Moderne Macht und konservativ, amerikanische Werte weisen Superman als moralisch und körperlich überlegene Figur aus. Seinem Drang nach Wahrheit und Gerechtigkeit folgend begibt sich der zum Mann herangewachsene Clark in die Großstadt, Metropolis genannt. Sie ist ein starker Gegensatz zur ländlichen Umgebung seiner Jugend und somit der ideale Platz für sein Wirken, weil dort eindeutig der Ort ist, an dem es an Gerechtigkeit mangelt. Clark wählt den Journalistenberuf, um somit auch auf weltlicher Ebene für Wahrheit und Gerechtigkeit zu sorgen. Seine Verantwortung den Menschen gegenüber bringt ihn aber bald dazu, seine Kräft zum Wohlergehen der ganzen Stadt einzusetzen. Superman ist geboren. Er sieht sich als Garant für Wahrheit und Gerechtigkeit in der Stadt und als rechten Arm des Gesetzes. Er wird zum weltbekannten Helden, während sein Alter Ego, Clark Kent, weiterhin seinem Beruf nachgeht und versucht seine Identität zu schützen. Seine Kollegin Lois Lane, in die sich Clark natürlich verliebt hat, ist nach jeder Information über den Mann aus Stahl her, den sie als den perfekten Mann sieht. Nur als Superman sieht sich Clark in der Lage seiner Geliebten Avancen zu machen ohne jedoch über das Romantische hinauszugehen, da seine Verantwortung den Menschen gegenüber es ihm verbietet, seine Liebe zu Lois Lane einzugestehen. Er würde sie in Gefahr bringen. Seine Schwäche ist also Lois Lane, der er nie seine wahre Identität einzugestehen vermag. Ein verbreitetes Superheldenthema. Fast jedesmal effektiv, da es meist zur Identifikation der Jugend mit seinen Comichelden führt. Als Antagonist in dieser Geschichte würde Lex Luthor gewählt. Er ist alles, was Superman nicht ist. Seine Charakterisierung beschränkt sich auf die Tatsache, dass er ein skrupelloser Geschäftsmann ist, der über viele Menschenleben zu noch mehr Reichtum gelangen möchte. Er und seine Helfer müssen zuerst Superman außer Gefecht setzten. Lex Luthor hat die zweite Schwäche des Helden gefunden, Kryptonit. Ein Stoff vom Heimatplaneten Supermans, der ihn seiner Kräfte beraubt. Auch hier sind relativ leicht Analogien zu finden. Luthor als Großgrundbesitzer kann einerseits natürlich als Kapitalist gesehen werden, andererseits liegt die Interpretation Kommunist doch näher. Er ist erstens der Gegenspieler Supermans. Die Sowjetunion war im Kalten Krieg der erklärte Gegner der Westmächte unter der Führung der USA, welche durch Superman repräsentiert wird. Lex als Großgrundbesitzer, der sich immer mehr Land aneigenen will, kann zweitens als Analogie zur Stalinistischen "Landreform" gesehen werden, die den Stalinismus und somit auch das damalige Sowjetreich geprägt hat. Desweiteren bemächtigt er sich des Kryptonits, um Superman außer Gefecht zu setzten. Er nutzt ein Artefakt aus Supermans technisch und moralisch hochentwickelten Domäne, analog zu Wettrüsten der Supermächte und dem Nachbau vieler westlicher Kriegsgeräte durch den Ostblock. Im Laufe der restlichen Hanldung wird Luthor durch Verrat in den eigenen Reihen besiegt. Natürlich gerät Lois auch noch in Gefahr und muss mehrmals von Superman gerettet werden. Auf weitere Analogien soll hier aber nicht eingegangen werden.

Was macht nun diesen Film aus? Die Antwort ist doch recht einfach. Von Christopher Reeve und einen großartigen Charakter, den er füllen konnte. Auf der Kehrseite gibt es einen Gene Hackman, an dessen Schauspielkunst natürlich auch nichts auszusetzen ist, der aber eine uninteressante Figur spielen musste, die wieder von einer Konstellation lächerlicher Charaktere umgeben ist. Sie alle zwingen Superman in einen Endkampf fernab jeglicher selbst auferlegter Filmplausibilität.

Christopher Reeve ist wirklich das Glanzstück dieses Films. Er spielt den schüchternen, zurückhaltenden Clark Kent genau so hervorragend wie den aufrichtigen und starken Superman. Er schafft es, die Zuschauer für sich einzunehmen. Es ist immer wieder erstaunlich anzusehen, wie Clark Kent mit solchen Schultern klein und schwächlich aussehen kann. Er ist es auch, der dem Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit ein Gesicht verleiht und ihn greifbar macht. Auch Nebendarsteller wie Marlon Brando und Glenn Ford, die beide Supermans bzw. Clarks Väter spielen, hätten nicht besser gewählt werden können. Brandos off Dialoge klingen dem Zuschauer noch lange nach Ende des Films in den Ohren. Er ist die Stimme der Moral, die Richard Donner in ätherischen Weiten erbeben lässt. Auch Lois Lane, gespielt von Margot Kidder, ist auf ihre eigene Weise hervorragend ausgewählt. Es hätte ruhig mehr von Lois und Clark zu sehen geben können. All dies wird von der ersten bis zur letzten Minute von John Williams Score getragen, der seinesgleichen seit 1978 nicht gesehen hat.

The Restless Guy




SUPERMAN - THE MOVIE gehört eindeutig zu den Filmen, die man immer wieder gerne guckt. Diese Filme die man in den Videorecorder bzw. DVD Player reinwirft und die zuende sind bevor man es überhaupt mitbekommt.

SUPERMAN - THE MOVIE wurde von mir nie im Kino gesehen. Bin wohl doch nicht so alt!!!
Ich war zu klein für den Film und das einzige was ich darüber wußte kam von Patensohn meines Vaters. Er, 4 Jahre älter als ich, hatte den Film schon im Kino gesehen und sein Zimmer war voll mit Fotos und Postern von Christopher Reeve als Superman. Zu der Zeit konnte/wollte ich wohl nicht zwischen Schauspielern und ihren Rollen unterscheiden. Das war Superman. Komischerweise hatte der Patensohn meines Vaters ein gewisse Ähnlichkeit mit dem jungen Reeve, sodaß die ganze Sache ehrfürchtiger, für den kleinen GreekGeek, wirkte.

Dann kam ich dazu - im Alter des allein-Kinogängers - mir SUPERMAN III (1984) im Kino anzugucken. Natürlich war man in dem Alter hin und weg von dem schlechten Sequel (weil man keine Vergleiche hatte).
Zwei Jahre später gab es dann einen Videorecorder bei uns zu Hause. Und wie es in der Schule nun mal so üblich war, wurden wie wild Videos ausgetauscht. Ein Mitschüler von mir, hatte mich bereits Wochen zuvor über SUPERMAN - THE MOVIE vollgelabert. Ein paar Wochen später hat er mit die Vollbild VHS Cassette (nicht das dies ihn davon abhielt weiter drüber zu reden) zusammen mit SUPERMAN II ausgeliehen. Damals fand ich den zweiten besser, da er mehr Superman-Action zu bieten hatte als der erste. Der erste war aber epischer und besser erzählt.

Lange Rede, kurzer Sinn: SUPERMAN - THE MOVIE gehört zu meinen All-Time Favorites (nicht so weit oben wie gewisse Spielberg/Lucas Filme) und macht bei jedem nochmalligen gucken auch noch mehr Spass. Besonders die hervorragenden neue DVD in dem man den Film so geniessen kann, wie ihn sich Regisseur Richard Donner, damals vorgestellt hat. Zu den Höhepunkten gehören auf jeden Fall der Krypton Prolog, die Jugendjahre von Clark Kent in Smallville, Jor-El und Kal-El in der Festung der Einsamkeit, die Helicopter Szene und der wunderbare Superman/Lois Lane Nachtflug über der Skyline von Metropolis (überhaupt die beste Metapher für "wir haben die Nacht zusammen verbracht" - ich meine, gleich danach gibt sie ihm den Namen "Superman") zu dem großartigen "read my mind" von Komponist John Williams. Natürlich ist es mal wieder auch die Musik von John Williams die das ganze Zeitlos wirken lässt.
Hier und da wirkt der Film veraltet, aber im Vergleich zu anderen Filmen aus der Zeit, gehört er eindeutig zu den schnelleren (obwohl über 140 min. lang)!


GreekGeek

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