SUPER 8

SUPER 8(2011)

Regie: J.J. Abrams

Drehbuch: J.J. Abrams

Darsteller: Joel Courtney, Kyle Chandler, Elle Fanning, Riley Griffiths, Ryan Lee, Gabriel Basso, Zach Mills, Jessica Tuck

Kamera: Larry Fong
Musik: Michael Giacchino

Laufzeit: 112 min.
Dt. Start: 05.08.11
Verleih: Paramount Pictures


Sommer 1979, eine Kleinstadt in Ohio:
Ein paar Freunde wollen einen Zombie-Film drehen. Während der Produktion ihres auf Super 8 gedrehten Streifens werden sie Zeugen eines verheerenden Eisenbahnunglücks.
Sie selbst kommen dabei nur knapp mit dem Leben davon. Bald stellen sie fest, dass es sich nicht um einen Unfall handelt. Als kurz darauf Menschen auf mysteriöse Weise verschwinden, versucht der örtliche Deputy Sheriff Jack Lamb (Kyle Chandler) der Sache auf den Grund zu gehen – niemand ahnt jedoch, wie grausig die Wahrheit ist.

Paramount Pictures präsentiert eine Amblin-Entertainment-/Bad-Robot-Produktion: SUPER 8 mit Kyle Chandler, Elle Fanning, Joel Courtney, Gabriel Basso, Noah Emmerich, Ron Eldard, Riley Griffiths, Ryan Lee und Zach Mills in den Hauptrollen.

J. J. Abrams inszenierte sein eigenes Drehbuch. Als Produzenten sind Steven Spielberg, J. J. Abrams und Bryan Burk beteiligt. Zum kreativen Team zählen Kameramann Larry Fong, Produktionsdesigner Martin Whist, die Cutterinnen Maryann Brandon, A.C.E., und Mary Jo Markey, A.C.E., Kostümdesignerin Ha Nguyen, der Oscar®-preisgekrönte Komponist Michael Giacchino sowie das für die visuellen Effekte und die Animation zuständige Expertenteam von Industrial Light & Magic (ILM).



Review:

Wie bewertet man einen Film der sich eigentlich gut anfühlt, aber eigentlich gar nicht so gut ist.
- Ich werde es vermeiden Spoiler zu erwähnen, aber es gibt in diesem Film keine einzige Überraschung die man nicht schon in einem der zitierten Filme bereits gesehen hat -

J.J. Abrams versucht mit seiner dritten Regie-Arbeit ein Gefühl auf die Leinwand zu bannen, das vielen Kids der 80er allzu vertraut sein wird: eine Gruppe von Kindern/Jugendlichen die ihre "normalen" Alltagsprobleme behandeln, werden mit etwas "unnormalen" konfrontiert und lernen etwas dazu mit dem sie ihr Leben zukünftig wohl besser meistern können.

Es ist kein Geheimnis, dass SUPER 8 an Filme wie THE GOONIES, GREMLINS oder CLOSE ENCOUNTERS OF THE THIRD KIND und E.T. erinnert/erinnern will.
Dies sind alles Filme die Ende der 70er/Anfang der 80er in die Kinos kamen und mit den Steven Spielberg - als Regisseur oder Produzent - zu tun hatte.



Spielberg selbst produziert SUPER 8 und laut Pressetext war er es, der Abrams überzeugte aus seinen Konzept von "ein paar Kids die einen Zombie Film drehen" und "ein Roswell Alien bricht aus" einen Film zu machen.

Und genau dort liegt irgendwie das Problem des Films!
Alles was mit den Kindern und ihrem Film zu tun hat ist Zauberhaft! Als die erste Stunde des Films an mir regelrecht "vorbeiflog" wollte ich rausrennen und der Welt sagen: geht sofort da rein - mehrmals!
Aber als dann der Monster Plot einsetzte war dieses Gefühl sofort vorbei. Die beiden Teile sind so sehr aneinander forciert, dass es eher wie "Film im Film" wirkt. Es ist nicht organisch. Vor allem Dingen stört es die tolle Handlung die sich zwischen den Kids entwickelt.
Hauptdarsteller Joel Courtney und Elle Fanning sind großartig und ich wünsche mir viiiiiele Filme mit ihnen weiterhin zu sehen.



Als ich letztens ein Telefonat mit greekgeek Leser Mr. Zero führt und wir kurz auf SUPER 8 zu sprechen kamen, meinte ich zu ihm, dass ich bezweifle, dass irgendein Kind/Jugendlicher aus unserer Zeit irgendwas mit SUPER 8 anfangen kann. Der Film ist eindeutig für 30 bis 40 jährige die sich kurz freuen, dass dieses Gefühl aufkommt und sich unterbewusst dann fragen was das sollte. Als wir diese Filme in dem richtigen Alter gesehen haben, waren sie auch für uns bestimmt. Einem 10jährigen von heute so etwas zuzumuten ist so als wenn man einem 10jährigen aus dem Jahre 1982 einen Film "der so sein soll wie einer aus dem Jahre 1952" vorsetzt und sagt "guck mal, schön, oder"??

Also mir hat damals Mr.Spielberg nicht Filme präsentiert die 30 Jahre früher spielten oder sich so anfühlten.
THE GOONIES, GREMLINS, CLOSE ENCOUNTERS OF THE THIRD KIND und E.T. spielten in ihrer jeweiligen Zeit und das machte auch den Charme aus. Wenn Billy Peltzer in GREMLINS Gizmo geschenkt bekommt ist bei ihm 1984 - genau wie bei mir im Skala Kino. Hätte mich ein GREMLINS Film verzaubert, der 1953 gespielt hätte verzaubert? Nein.

Ich meine, ich bedanke mich bei J.J. Abrams für den niedliche Nostalgie Trip, aber das ist echt keinen ganze Film wert, besonders nicht wenn die beiden Elemente der Story so peripher was mit einander zu tun haben. Bei THE GOONIES, GREMLINS, CLOSE ENCOUNTERS OF THE THIRD KIND und E.T. kommt das "übernatürliche"' in das Leben der Charaktere rein - fast direkt bis in ihr Kinderzimmer!
In SUPER 8 läuft es zufällig in den Strassen des Ortes rum und hätte jedem dort passieren können.

Die klingt jetzt alles ganz schlimm, aber der Film ist gut gemacht. Nur wünsch ich mir, dass Mr.Abrams in Zukunft mal was richtig eigenständiges macht. Bis jetzt hat er ein Sequel, MISSION IMPOSSIBLE III (2006), ein Reboot/Sequel, STAR TREK (2009) und ein Pseudo Remake mit SUPER 8 inszeniert. Alles sehr gut gemachte Filme - wobei STAR TREK der allerbeste von den dreien ist, gefolgt von MI:III, weil beide organisch sind.



Positives an SUPER 8:

- das kurze Nostalgie Gefühl,
- sehr gut inszeniert
- die tollen jungen Schauspieler
- der Zombie Film
- Kyle Chandler als Vater der eine Mischung aus Roy Scheider in JAWS, Richard Dreyfuss in CLOSE ENCOUNTERS und sogar (kurz optisch) Harrison Ford in RAIDERS OF THE LOST ARK ist -
(obwohl, find ich's überhaupt gut, dass er nur 'ne Mischung und kein echter Charakter ist? Hhmmm...)

Negatives an SUPER 8:

- leider Giacchino's Score, der denkt, dass er so ist wie die Amblin Scores von Horner,Williams und Goldsmith aber nie deren Esprit erreicht - hier wirkt alles eher melancholisch als zauberhaft und magisch! Ein bisschen mehr eigene Pixar Magic hätte dem Score sehr gut getan!
- die nicht zueinander passenden Handlungs-Elemente
- das Handlungsjahr 1979 bringt der Handlung gar nichts. Es würde in der Vorberichterstattung erwähnt, dass das Element "1979" total wichtig wäre, da Neuigkeiten damals nicht so schnell voran kamen wie heute, jedoch ist jeder komischerweise sofort auf dem laufenden.
- das Super 8 Format ist total unwichtig in einer Story die eigentlich so betitelt ist. Der Film hätte auch "Monster on the loose" heissen können.
- es fehlt jegliche Überraschung: wenn die Kids etwas auf ihrem Super 8 Film "entdecken" haben wir als Zuschauer die Info schon viel früher bekommen - andersrum wäre es viel effektiver gewesen.

Schade, ist mein einziges Fazit zu SUPER 8.
Schade, weil es kein schlechter Film ist, aber leider auch kein richtig guter.

Wir sprechen immer noch - im Jahre 2011 - über die oben genannten Filme aus den 80ern.
Ich glaube nicht, dass irgendjemand nächsten Sommer noch über SUPER 8 ein Wort verlieren wird.


greekgeek - July, 24, 2011



greekgeek.de © 2005 • Privacy Policy • Terms Of Use