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RATATOUILLE

RATATOUILLE (2007)

Regie: Brad Bird, Jan Pinkawa
Drehbuch: Brad Bird, Jan Pinkawa

Stimmen: Patton Oswalt, Ian Holm, Lou Romano, Brian Dennehy, Peter Sohn, Peter O'Toole, Brad Garrett, Janeane Garofalo

Kamera: Robert Anderson, Sharon Calahan
Schnitt: Darren T. Holmes
Musik: Michael Giacchino

Laufzeit: 110 min.
Dt. Start: 03.10.07
Verleih:Walt Disney Animation


In diesem delikat computeranimierten Abenteuer dreht sich alles um Remy, eine sehr ehrgeizige französische Ratte, die davon träumt, ein berühmter Chefkoch zu werden.

Aufgrund seiner Leidenschaft für die Haute Cuisine verfrachtet Remy seine Familie kurzerhand vom französischen Land in die Pariser Kanalisation – um präzise zu sein, in ein Kanalrohr gleich unter dem Restaurant der kulinarischen Berühmtheit Auguste Gusteau.

Als Remy bei der Kreation einer seiner Suppen mithilft, die daraufhin von den namhaftesten Restaurantkritikern hoch gelobt wird, setzt er einen wahnsinnigen Run in Bewegung, der ganz Paris ins Chaos stürzt. So erreicht er das Unmögliche, nämlich für immer seinem wahren Talent frönen zu können ...



Review:

Ich vergöttere TOY STORY und TOY STORY 2. Ich liebe MONSTERS INC.!!!

Diese drei Filme (zusammen mit den 2 ersten SHREK Filmen) sind der Olymp des 3D Animations Films!

Die letzten paar Jahre haben gezeigt, dass die Zauberinstrumente von Pixar und DreamWorks nun mittlerweile jeder beherrscht. Den Zauberstaub aber nicht. Und bevor viele Koche im 3D-Pott die Brühe verhauen, muß wohl gezeigt werden wer ich der Chèf im Hause ist!

RATATOUILLE, der neuste Film aus dem Hause Pixar/Disney ist ein Animations-Juwel. Und ich spreche nicht nur über die Animationstechnik. Diese wunderbare "kleine" Geschichte über die Ratte Remy und ihrem Wunsch anders zu sein hat sich in mein Animations-Liebhaber-Herz ge"mausert". Schluss jetzt mit den Anspielungen!

Nachdem die Plethora an schlechten Animationsfilmen (beide ICE AGE und ROBOTS) und die mittelmäßigen (MADAGASCAR, SHARK TALE, THE ANT BULLY) die Grenzen zu den wirklich guten (OVER THE HEDGE, CARS) enger gemacht haben, ist es schwieriger geworden wirkliche Meisterstücke heraus zu picken!



Von den nicht-Pixar, nicht DreamWorks Filmen die in letzter Zeit wirklich gut waren stachen in letzter Zeit nur HAPPY FEET und SURF'S UP (der mich sehr positiv überrascht hat) heraus!!

Sogar CARS (2006), THE INCREDIBLES (2004) und ein wenig FINDING NEMO (2003), kamen nicht an Pixar's letztem Wunderwerk MONSTERS INC. (2001) heran. Mit RATATOUILLE haben wir endlich wieder einen sehr starken Favoriten. Natürlich funktionieren solche Thronanwärter-Plätze nur nach mehrmaligen Gucken, aber beim ersten Mal hat RATATOUILLE alle wichtigen Komponenten eingesetzt und richtig genutzt.

Remy ist wundervoll. Ein kleiner schlauer, leicht egoistischer, Ratten-Mann, der sich von seiner Zunft abheben möchte. Dem es wichtig ist zu wissen WAS er isst und nicht DAS er isst!
Wer kennt nicht das Gefühl anders sein zu wollen und das dazugehörige nicht-Verständnis der Familie, der Freunde oder des Lebenspartners.



Remy's Fähigkeit Gerüche stärker zu definieren und darauf zu achten nur leckeres zu essen, verwirrt seine Familie.
Sein Wunsch eher wie die "bösen" Menschen zu sein und Essen herzustellen, kann niemand so richtig nachvollziehen.

Remy muß sich nach der dramatischen Trennung von seiner Sippschaft, damit zurecht finden allein zu sein. Aber durch diese Trennung ist es ihm möglich seinem Traum naher zu kommen.

Durch Zufall (oder durch sein innerstes "Ich") gerät er an das Restaurant seines Koch-Idols Gusteau und von hier an beginnt eine hinreisend charmante Komödie wie sie Pixar selbst auch noch nicht in dieser Form erzählt hat.

Remy ist zwar ein typischer Disney Held der hinaus in die "weite Welt" möchte und mehr aus sich machen möchten. Aber Remy ist irgendwie gefestigter. Er scheint immer genau zu wissen was er will. (Sein Verhalten erinnert ein wenig an R.J., den kleinen Waschbär aus OVER THE HEDGE)
Wenn es zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen ihm und seinem menschlichen Freund Linguini kommt, kann man beide Seiten verstehen und weiß schon vorher dass es zu Unstimmigkeiten kommen könnte - weil man solche Situation des öfteren in seinem Leben vorfindet.

Der Film versucht nicht die "Eckelhaftigkeit" der Ratten zu verheimlichen.
Die Anfangsszene bei der Oma auf dem Dach und die Flucht aus dem Haus ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Animationsteam darauf pocht Remy's Familie als "Tiere" darzustellen. Er selbst ist natürlich anders, aber darum gehts es ja auch.



Eines der wichtigen Elemente der Story ist der Vater-Sohn Konflikt zwischen Remy und seinem Vater Django. Wie in vielen solcher Situationen ist ein Geschwist meistens der einzige treue Freund: hier der dickliche Bruder Emile!
Das Vater-Sohn Prinzip ist natürlich auch zwischen Linguini und (Achtung Spoiler) Gusteau präsent, aber nicht wichtig! Ob es zwischen Linguini und Remy besteht wage ich jetzt hier anzweifeln, da es eher ein Meister-Schüler Konflikt ist.

Die Liebesgeschichte zwischen Linguini und der frechen Colette ist kurz, aber dafür umso charmanter. Natürlich trägt Paris dazu bei!
Und Paris hat noch nie so schön ausgesehen wie in diesem - ich betone - "Animationsfilm"!!!

Und was das ganze abrundet ist der großartige Score von Michael Giacchino. Giacchino erwies sich schon mit dem Score zu Pixar's THE INCREDIBLES als guter Ausgleich zu den Randy Newman Soundtracks von TOY STORY, A BUG'S LIFE, CARS u.s.w. aber toppt sich mit RATRATOUILLE um Längen.
Ich weiß jetzt nicht genau welche Scores mich dieses Jahr noch umhauen werden (Top Favoriten wären Alan Silvestri's BEOWULF, Alexander Desplats THE GOLDEN COMPASS und Alan Menken's ENCHANTED), aber RATATOUILLE ist dieses Jahr zusammen mit Zimmer's PIRATES OF THE CARIBBEAN: AT WORLD'S END die absolut besten Scores des Jahres!

Die Stimmen-Auswahl (ich spreche von der OV) ist natürlich, wie immer bei Pixar/Disney, 1.Klasse!
Remy wird riesig von Patton Oswalt, bekannt als Spence aus THE KING OF QUEENS, gesprochen.
Dem grandiosen Gegenspieler des Films, Anton Ego (böser Restaurant-Kritiker), leiht Peter "of Arabia" O'Toole seine Stimme!

Und für alle die nach dem genießen des Films immer noch denken, dass Ratten nicht in die Küche gehören: Thema des Films verpasst und auch kein Ziel vor Augen.
Fazit des Films ist es nämlich etwas zu tun für das man eigentlich, in den Augen anderer, nicht gemacht ist!




Noch eine Kurzanalyse des Einspielergebnisses von RATATOUILLE:

Ein ganz schlauer Zahlenanalytiker (ich glaub es war unsere Leserin "Frank'N'Steiner") hat mal behauptet, dass Disney Filme immer so gut laufen wie der letzte Film vom Publikum gemocht wurde.
Als Beispiel als 1991 BEAUTY AND THE BEAST (145 Mio.) ins Kino kam, hatte der Film schon positives Publikum vom letzten Hit THE LITTLE MERMAID (86 Mio.$) mitgebracht.
Als dann 1992 ALADDIN (217 Mio.$) ins Kino kam profitierte er vom beliebtheitsgrad des vorangegangen Films!
Und dann kam natürlich der LION KING (der mit 312 Mio.$ - es sind immer nur die US Einspielzahlen - zum König avancierte)

Das gleiche gilt natürlich andersrum auch: Nach THE INCREDIBLES (261 Mio.$), CARS (244 Mio.$), ist nun der arme Remy auf "nur" 204 Mio.$ gelandet!

Update:
RATATOUILLE hat weltweit die 500 Mio.$ Grenze gesprengt!!
Dies hat zum Beispiel CARS, der in den Staaten erfolgreicher war als RATATOUILLE nicht geschaft. In Deutschland (Land der Autos) hat RATATOUILLE in weniger als drei Wochen das Gesamtergebnis von CARS überholt!


Wie auch immer: RATATOUILLE ist der beste Pixar Film seit MONSTERS INC. und einer (wenn nicht "der") besten Filme des Jahres 2007!



GreekGeek, Oktober 2007

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