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POSEIDON

POSEIDON (2006)

Regie: Wolfgang Petersen
Drehbuch: Mark Protosevich

Darsteller: Josh Lucas, Kurt Russell, Emmy Rossum, Richard Dreyfuss

Kamera: John Seale
Schnitt: Peter Honess
Musik: Klaus Badelt

Laufzeit: 99 min.
Dt. Start: 13.07.06

Verleih: Warner


POSEIDON ist Greek für Neptun! Wieso die Lateiner alles ein-lateinern mussten, weiß ich immer noch nicht!

Gestern in den U.S.A. gestartet – Gestern schon gesehen. POSEIDON ist ein Remake des 1972er POSEIDON INFERNO. Ein "Katastrophen"- Film! Im Falle des neuen, von Wolfgang Petersen inszenierten Film, eine totale Katastrophe!


Ich wüsste nicht mal wo ich anfangen sollte. Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch. Ich hatte mich nicht sehr für die Teaser oder Trailer interessiert und in meiner Erwartungsliste tauchte der Film nicht mal in der Top 10 auf. Es war nicht so, dass ich dachte, dass der Film schlecht wird, nur hatte er mich nicht sonderlich interessiert. Ich bin selber ein Wolfgang Petersen Fan (DIE UNDENDLICHE GESCHICHTE ist, meiner Meinung nach, seit 22 Jahren der beste deutsche Film) und hatte mich jedes Mal über den neusten Film des deutschen Regisseurs in Hollywood gefreut. Von OUTBREAK, über AIR FORCE ONE, bis hin zu TROY.
Ausser über POSEIDON. Hatte auch nicht verstanden weswegen er den Film neu drehen wollte. Vielleicht hat er ihn all zu oft im Sommer Wunschfilm Programm des ZDF gesehen und hat sich gedacht, dass man ihn auffrischen könnte. Gedacht: vielleicht – getan: Nein! POSEIDON bietet überhaupt nichts Neues. Es ist exakt der alte Film, wenn nicht eine Stufe kleiner. POSEIDON ist zwar kürzer – Original 130 Min. / Neu 99 Min. – fühlt sich aber länger an. Obwohl die ganze Zeit etwas passiert und eigentlich nie Langeweile aufkommt. Die Katastrophe beginnt schon nach 10 Minuten Handlung. Im Original wurden die Passagiere, denen wir im Verlauf der Handlung folgen, in den ersten 40 Minuten vorgestellt, bis dann das Schiff umkippte. Hier wurde beschlossen, dass alles wegzulassen und die Zuschauer sofort in die Katastrophe zu werfen. Somit sollen wir Zuschauer, die Charaktere während der Katastrophe kennen lernen. Laut Insiderinformationen wurde dies aber nicht von Anfang an so geplant. Nachdem das Drehbuch fertig war und der Film gedreht wurde, entschloß man sich, alles „langweilige“ über „Bord“ zu werfen! Aber genau das „langweilige“ brachte uns damals die Figuren näher, so dass wir uns um sie kümmern und sorgen konnten. Hier wird das ausgespart und die Schauspieler füllen Klischee Figuren aus, die jeder Zuschauer aus anderen Filmen bereits kennt.

Es gibt den toughen Glücksspieler (Josh Lucas, der hier leider ein wenig vergeudet wirkt), den tapferen Ex-Feuerwehrmann/Ex-Bürgermeister (Kurt Russell, der seine Rolle aus BACKDRAFT wiederholt) den Homosexuellen „Nichtsnutz“ (leider wirkt die Figur, die Richard Dreyfuss spielen muss, – und so aussieht als ob ihm das peinlich wäre – so) den bekloppten besoffenen Hau-drauf (Kevin Dillon spielt Matt Dillon), usw., usw.

Alle „Minderheiten“ (Latein- und Afroamerikaner) kommen in Verlauf der Handlung nicht klar und wenn die „Weißen“ nicht wären, würden sie nicht wissen was sie machen sollen. (Anmerkung von GreekGeek: nicht dass ihnen das was bringt – sobald sich jemand an Richard Dreyfuss heftet, ist er „verdammt“.)

Wolfgang was soll dass? 1981 hat er es geschafft uns ein U-Boot voller SS-Soldaten näher zu bringen und um sie zu weinen und nun dies? Es kann mir keiner sagen, dass er sich den „bösen“ Leuten vom Studio beugen musste. Petersen ist zur Zeit einer der 10 mächtigsten Regisseure/Produzenten Hollywoods und kann tun und lassen was er will. Genau wie niemand Spielberg, Cameron oder mittlerweile Jackson reinreden kann, so kann auch niemand von Petersen verlangen absichtlich so einen schwachen Film abzuliefern.

Irgendwie fehlt ab und zu auch noch der Zusammenhang zwischen einigen Szenen. Plötzlich weiß jeder wo es im Schiff langgeht. Die Rolle des Josh Lucas – ein Zeichen für schlechte Charaktere ist: wenn man im Abspann die Rollennamen sucht – kennt jede Ecke des Schiffs. Egal ob Kopfüber oder nicht.

Der Film hat nicht mal gute Ansätze, bei denen man sehen könnte, dass er in eine gute Richtung gehen wollte (siehe den schrecklichen KINGDOM OF HEAVEN von Ridley Scott). Der Untergang des Films ist bereits vorprogrammiert. Die erste grosse Box-office-Katastrophe des diesjährigen Sommers.

Ah ja – wenn jemand wegen der Effekte reingehen möchte: Es scheint als ob der Film im gleichen Jahr wie TITANIC gedreht worden ist und nicht 9 Jahre später.

Bitte Wolfgang, dreh als nächstes sofort ENDER’S GAME damit ich POSEIDON vergeben und vergessen kann.       

greekgeek 2006

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