PIRATES OF THE CARIBBEAN - ON STRANGER TIDES

PIRATES OF THE CARIBBEAN - ON STRANGER TIDES (2011)

Regie: Rob Marshall

Drehbuch: Ted Elliott & Terry Rossio

Darsteller: Johnny Depp, Penélope Cruz, Geoffrey Rush, Ian McShane, Kevin McNally, Sam Claflin, Astrid Berges-Frisbey

Kamera: Dariusz Wolski
Musik: Hans Zimmer
Laufzeit: 136 min.

Dt. Start: 20.05.11
Verleih: Walt Disney Pictures


Captain Jack Sparrow ist wieder da – und kommt nicht los von der See, den Frauen, dem Rum und natürlich der Jagd nach geheimnisvollen Schätzen!

Als sich seine Wege mit einer mysteriösen Frau aus seiner Vergangenheit kreuzen, hat ihn die attraktive Angelica (PENÉLOPE CRUZ) schnell am Haken – und treibt ihn auf das Schiff des ebenso legendären wie gefürchteten Piraten Blackbeard (IAN McSHANE). Ist die Verführerin vielleicht eine Verräterin und gar nicht hinter ihm, sondern hinter etwas anderem her? Auf der Suche nach der sagenhaften Quelle der Jugend nimmt Captain Jack Sparrow erneut Kurs auf ein atemberaubendes Abenteuer und stößt dabei auf anmutige Meerjungfrauen, aber auch auf gefährliche Zombies, skrupellose Halsabschneider und seinen alten Rivalen Hector Barbossa (GEOFFREY RUSH).

Es wird eine Reise ins Ungewisse, auf der Jack nicht einschätzen kann, wen er mehr fürchten soll – Captain Blackbeard oder Angelica...



Review:

Piraten, Cowboys, Indianer, Ritter - es gibt bestimmte Genrefiguren die ich immer wieder gerne auf der Leinwand sehe.

Ganz besonders wenn sie so gut aufgearbeitet sind wie im 2003er PIRATES OF THE CARIBBEAN: CURSE OF THE BLACK PEARL.

Und ich gehe sogar soweit solchen Figuren weitgehend filmisch überall hin zu folgen und einiges zu "verzeihen".

Nicht das ich die 2006er und 2007er Fortsetzungen nicht mochte - beide sind in der Top 5 des jeweiligen Jahres gelandet - sie waren nur, beide, zu lang und es ist so viel passiert, dass es den Zuschauer im Laufe der Handlung erschlug.

Die einfachste Regel ob ein Film stringent ist:

man kann die Story am Montag bei der Arbeit dem Kollegen in der Büroküche plausibel und knapp erzählen. Die war beim zweiten und dritten fast nicht möglich
(um ehrlich zu sein kann ich das nicht mal so richtig beim ersten).

Das einzige was die Kinogänger tun können ist die einzelnen Abenteuer des Captain Jack Sparrow aufzuzählen.
Nicht die Handlung bleibt hängen, sondern der gut entwickelte und von Johnny Depp perfekt porträtierte Charakter des selbst-zentrierten Piraten.



Und hier kommen wir schon zu den Vor- und Nachteilen des neusten Abenteuers:

die Haupthandlung nach der Suche des Jungbrunnens ist leicht nachzuerzählen. Und Captain Jack spielt diesmal die Hauptrolle.
Ist ja fast wie bei einem Bud Spencer/Terence Hill Film:
wir wissen schon vorher was uns erwartet.

Und ON STRANGER TIDES geht das alles Punkt für Punkt durch.
Der Film ist zwar viel kürzer als die letzten beiden, verirrt sich aber einmal zu oft in Nebenhandlungsstränge die der Gesamthandlung nichts bringen.

Und Jack Sparrow?
Hhm, der ist diesmal die Hauptfigur der Story. Wie, was war der denn bei den letzten drei, werden sich jetzt einige denken. Nebenfigur, oder noch besser auf englisch
- supporting actor = unterstützend!

Es ist immer schwierig aus einer unterstützenden Figur eine Haupt zu machen.
Ein weiteres Beispiel: Jeff Goldblum in THE LOST WORLD - JURASSIC PARK (1997). War er im ersten JURASSIC PARK (1993) der "Kommentator" der Geschehnisse, sollte er im zweiten der agierende sein. Klappte nur teilweise.
Bei ON STRANGER TIDES klappt dies auch nur teilweise. Lag es an der Romanvorlage die nichts mit dieser Reihe zu tun hat und in die Jack's Charakter reingequetscht wurde? Oder lag es an den Drehbuchautoren die nicht mehr ihren Figur im Griff hatten, bzw. in der neuen Position nichtmehr bedienen konnten?



Man merkt schon, dass greekgeek nicht vom Endresultat beeindruckt ist. Aber richtig schlecht find ich ihn trotzdem nicht. Johnny tut zwar sein bestes, aber dadurch das seine Figur nicht so richtig "bei der Sache" ist, wirkt das ganze träge.

Alle Zutaten des Films klingen fabelhaft:
die Suche nach dem Jungbrunnen, Meerjungfrauen, Zombies, Penelope Cruz - alles Top, nur nicht effektiv eingesetzt.
Die Zombies sind einfach nur da und dienen keinem Zweck, wie z.b. die Geisterpiraten im ersten, die Meerjunfrauen sind leider nur eine Nebenhandlung die nicht interessant genug weitergesponnen wird.
Die Geschichte des jungen Geistlichen und die gefangen-genommene Meerjungfrau hätte ruhig prominenter eingefädelt werden können.
Und zwar so, dass der Geistliche die Hauptfigur wäre, die von Jack Sparrow "begleitet", den Unterschied zwischen seiner "neuen" Religion und den Heiden, die es ja schon lange vorher gab, zu entdecken.

Und Jack würde lernen wie es ist zwischen Magie und Glauben zu leben. Als die Spanier kurz vor Schluß des Films alles heidnische vernichten wollten, dachte ich zum ersten mal daran was für ein toller Film das gewesen wäre.

Und leider hatte Frau Cruz viel nicht zu tun - obwohl man merkte, was für ein Spasspotential bei ihr zu sehen war. Aber leider war diese "Liebesgeschichte" nicht anwesend!

Eine grosse Enttäuschung war Hans Zimmers repetitiever Score - leider nur ein paar Latino Rhythmen für Penelopes Angelica Charakter, die ein wenig an MISSION IMPOSSIBLE 2 erinnerten und sonst nur wiederholende Tracks hauptsächlich aus (komischerweise) Klaus Badelts ersten Score CURSE OF THE BLACK PEARL. Schade, da in meiner Welt der zweite und dritte Score zu den besten Zimmer-Soundtracks gehören!



Noch grössere Enttäuschung: Ian McShanes Blackbeard. Kommt überhaupt nicht an Barbossa als Bösewicht des ersten und Davy Jones als Gegner im zweiten an.
Sogar die beiden Gegner in AT WORLDS END - dessen Namen mir gerade entfallen - waren spannender...

Fazit:
doch eher schwer enttäuschend, würde aber trotzdem beim nächsten Film als erster an der Kasse stehen.
Bitte nächstes Mal einen saftigeren Gegner, mehr Material für Penelope, neue Musik von Hans und einen gleichwertigen Protagonisten an Johnny Depps Seite.
ON STRANGER TIDES - kann ja mal passieren.


greekgeek - June, 05, 2011


Reviews zu PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MEN'S CHEST (Juli 2006)
und PIRATES OF THE CARIBBEAN: AT WORLD'S END (Mai 2007)

             



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