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MISSION IMPOSSIBLE III

Filmmusik Soundtracks sind eines der wichtigsten Elemente für einen guten Film.
Ab jetzt werden Filmscores auch bei GreekGeek rezensiert.

ScoreMaster wird sich, ab und an, mit den neuesten Klängen aus Hollywood befassen. Hier kommt schon seine erste Review zu:

MISSION IMPOSSIBLE III Score Review

Review Soundtrack „Mission Impossible III“

Von ScoreMaster

 

Album Titel:

    Mission: Impossible III

Komponist:

    Michael Giacchino

Dirigent:

    Tim Simonec

Ausführende:

    The Hollywood Studio Symphony

Label:

    Varese Sarabande

 

 

KRACH-BUMM-SCHEPPER

 

Nach Danny Elfman und Hans Zimmer ist Michael Giacchino der dritte Komponist der M:I Filmreihe.

Giacchino hat erstmals Ende der neunziger Jahre mit aufwendig produzierter Orchestralmusik zu Computerspielen wie der „MEDAL OF HONOR“ (WW2 Shooter) Reihe auf sich aufmerksam gemacht, bevor ihn dann J.J. Abrams für seine sehr erfolgreichen TV Serien „ALIAS“ und „LOST“ ins Fernsehgeschäft brachte.


Da Abrams auch der Regisseur des neuesten M:I Kinoabenteuers ist, lag es nahe, dass er Giacchino als Komponisten einsetzen würde.
Anscheinend hatte Abrams  beim Studio so viel Gewicht, dass er das auch durchsetzen konnte. Dieses ist gar nicht so selbstverständlich, da M:I Abrams Kinodebüt ist.

Beispielsweise wurde Joss Whedon (Buffy) für „SERENITY“, der Kinoversion der kurzlebigen TV Serie „FIREFLY“, vom Studio ein neuer Komponist vor die Nase gesetzt, obwohl dieser gerne den ursprünglichen Komponisten der Fernsehserie behalten hätte. Die Begründung des Studios war die, dass sie einem unerfahrenen Kinoregisseur eine erfahrene Crew zur Seite stellen wollten, um das Risiko eines totalen Fehlschlages zu minimieren.

Zur Musik:

Entgegen der gelungenen Inszenierung von Abrams, kann sich Giacchinos Musik noch nicht ganz von seiner TV Arbeit lösen. Das Kino verlangt eben immer noch eine Stufe mehr, was musikalische Tiefe, Größe und Emotionalität angeht, als das TV Format.

Mit Größe ist hierbei nicht der verwendete Orchesterklang gemeint, denn Giacchinos Musik wurde von einem 112 köpfigen Hollywood-Studio Orchester eingespielt. Wobei man sich fragen muss, wie viel eigenständiges Leben eine Filmmusik haben kann oder darf, wenn man bedenkt, dass der dazugehörige Film ja eigentlich aus einer Aneinanderreihung von, wenn auch atemberaubenden, Action-Szenen besteht. Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht: ich mag den Film.

Aber so besteht denn auch der Grossteil des Scores eigentlich aus reiner, zumeist sehr lauter und action-lastiger Hintergrundmusik und beim Hören der CD ertappt man sich dabei, dass man nach den ersten 10 Minuten des Scores aufhört bewusst hinzuhören und sich gedanklich mit anderen Dingen beschäftigt.

In Verbindung mit den Filmbildern ergibt sich dabei ein durchaus stimmiges Gesamtbild. Giacchinos Musik arbeitet für den Film und unterstützt die Szenen in gekonnter, wenn auch sehr routinierter Weise.

Der Score lebt von seinen  treibenden Staccato-Rhythmen in Streichern und Schlagzeug, die von den martialischen Einsätzen einer großen Blechbläsersektion unterstützt werden. Spannungsmusik wird durch ein ebenfalls sehr typisches TV Arrangement erzeugt: Streicherteppiche in Verbindung mit Holzbläsern (prominent in den Flöten) und einem leisen Rhythmus in der Perkussion - Sektion.

Vor allem durch lateinamerikanische Musik populär gewordene Schlaginstrumente wie Handtrommeln (Congas, Bongos) ,Handrasseln (Maracas) sowie z.B. Vibra- und Marimbaphone etc. wird der typische M:I Sound erzeugt, der in den 60er Jahren geprägt wurde und auch schon von Danny Elfmann im Score zum ersten Film reichhaltig eingesetzt wurde.
Giacchino benutzt und variiert natürlich auch für den dritten Kinofilm hauptrangig das allzu bekannte Titelthema der Serie, aus der Feder des gebürtigen Argentiniers Lalo Schifrin. Dessen bevorzugtes Stilmittel war bzw. ist eine Verschmelzung von Jazz- und Orchesterklang in Verbindung mit lateinamerikanischen Rhythmen. Eine damals neue wegweisende Richtung, die stilbildend die Filmmusik bis weit in die 70er Jahre prägte. Schifrin schuf mit dem Titelthema der Fernsehserie eine wahre Ikone, die bekannter wurde als die Serie an sich.

Giacchino schafft es tatsächlich auch das Thema,  in mehr oder weniger veränderter Weise bei zahlreichen Gelegenheiten in seine Musik zu integrieren. Eigenes thematisches Material von Giacchino (beispielsweise das, leider etwas sehr kitschige, Liebesthema von  Ethan und seiner Frau) kommt nur spärlich zum Einsatz und verschwindet auch meist wieder schnell unter rasanten und lauten Action-Passagen. Ob gewollt oder nicht, gibt es ein oder zwei Stellen im Score (gerade zum Ende hin), da meint man, sich in eine “LOST“ Episode verirrt zu haben, denn allzu deutlich werden dort die für diese Serie so  charakteristischen angsteinflössenden Streicherklänge eingesetzt.

 

Fazit:

Ein durchaus gelungener Action Score der als Filmmusik, mit ein paar Schönheitsfehlern, ganz gut funktioniert. Der aber leider als eigenständiges Werk auf CD sehr rasch an Reiz verliert und damit als Ganzes gesehen leider nicht den Erwartungen gerecht wird, die man im Vorfeld an Giacchinos Musik stellen konnte.

Schade, aber Giacchino ist ja noch am Anfang seiner Karriere und man darf also noch einiges erwarten.

 

Wertung:

3,5 von 5

 

Der ScoreMaster

 

 

Tracks:

1.         Mission Impossible Theme         0:51

2.         Factory Rescue            4:14

3.         Evacuation        2:46

4.         Helluvacopter Chase      3:14

5.         Special Agent Lindsey Farris     2:46

6.         Ethan and Julia             1:24

7.         Humpty Dumpty Sat On a Wall 5:55

8.         Masking Agent 3:41

9.         Voice Capture   2:41

10.       See You In the Sewer    1:45

11.       Davian's Brought In        2:06

12.       Bridge Battle     4:13

13.       Davian Gets the Girl      2:43

14.       IMF Escape      2:44

15.       Disguise the Limit         3:24

16.       Shang Way High           3:38

17.       The Chutist       1:59

18.       Hunting for Jules           3:55

19.       World's Worst Last 4 Minutes to Live      4:11

20.       Reparations      3:36

21.       Schifrin & Variations      3:04

            Total Time:        64:50

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