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MISSION IMPOSSIBLE III


 

MISSION IMPOSSIBLE III (2006)

Regie: J.J. Abrams
Drehbuch: J.J. Abrams, Alex Kurtzman & Roberto Orci
Darsteller: Tom Cruise, Ving Rhames, Keri Russel, Jonathan Rhys Meyers, Laurence Fishburne, Philip Seymour Hoffman

Kamera: Dan Mindel
Schnitt: Maryann Brandon, Mary Jo Markey
Musik: Michael Giacchino

Laufzeit: 136 min.
Dt. Start: 04.05.06
Verleih: UIP

 

Kurzinhalt:

Am 04.05.06 beginnt die spektakulärste Mission aller Zeiten. Tom Cruise kehrt als Spezialagent Ethan Hunt zurück! Regie führt diesmal J. J. Abrams, der sein Können bereits mit den Erfolgsserien „Alias“ und „Lost“ unter Beweis gestellt hat. Bereits die erste Mission der Spezialeinheit IMF (Impossible Mission Forces) zeichnete sich durch herausragende Spannung aus. Und wer bekommt nicht noch heute Gänsehaut, wenn er an die Stunts aus M:i-2 denkt?
Wer jetzt glaubt, das sei nicht mehr zu übertreffen, irrt: M:i:III ist die Summe aller Superlativen! Die fesselnde, hochspannende Story wird nicht nur den Fans den Atem stocken lassen! Und wem das immer noch nicht reicht, der wird ganz bestimmt durch die fantastischen und beeindruckenden Schauplätze von Shanghai bis Rom augenblicklich in den Bann gezogen...


10 Jahre ist es bereits her seitdem Special Agent Ethan Hunt, vom Impossible Mission Force Team, das erste Mal auf der Leinwand zu sehen war. Ich weiß noch wie ich den Film in L.A. im Chinese Theater gesehen und beim ersten Mal nicht gemocht habe. Es stellte sich nämlich, im Laufe der Handlung heraus, dass Jim Phelps, der IMF Teamleiter aus der TV Serie, der Bösewicht in dieser Story war. Ich war erstmal (geekmäßig) empört! Es war so als ob plötzlich Captain Kirk böse wäre und alle seine Kameraden umbringen würde. Gleich beim zweiten Mal bemerkte ich, dass sich bei diesem Film einer der besten Thriller der 90er, was zu einem großen Teil an der genialen Arbeit von Brian De Palma lag, versteckte. - Anmerkung am Rand: nach dem zweiten Kinobesuch und mit dem Titelthema im Auto, bin ich auf einer sehr rutschigen Straße mit dem Wagen über eine Trennspur "geschossen" und hatte einen kompletten Achsenbruch! Tam-Tam- ta-ta-tam tam, ta ta ta!

Vier Jahre später folgte der zweite Auftrag von Hunt. Diesmal mit noch größerem Brimborium gestartet, erfüllte er leider nicht die Erwartungen. Zu lang und zu zäh (und es soll noch Material von ca. einer Stunde geben! Böse GreekGeek Zungen behaupten, dass es eigentlich derselbe Film ist, nur ist diesmal „jede“ Szene in Zeitlupe ;o)) und zu John-Macho-Woo mäßig. Was in FACE/OFF grandios funktioniert hat, ging hier total daneben. Sogar die Rolle von Ethan Hunt wirkte als ob es sich um einen anderen Charakter handelt.

Ich fand es immer sehr ansprechend, dass Produzent Tom Cruise jeden Film als einen eigenständigen Film sehen wollte und deswegen jedem Regisseur seine eigene Vision überließ. Ich weiß nicht so richtig was an dem zweiten schief gelaufen ist, aber es war einiges. Und trotzdem war der zweite überaus erfolgreich, obwohl ich niemanden kenne der den Film mochte.

So haben wir eine Franchise, an der die letzte Erinnerung eine eher unangenehme ist. Umso interessanter finde ich dafür die Erwartungen an den dritten Film. Mit Regisseur und Drehbuchautor J.J. Abrams, der die Serien ALIAS und LOST kreiert und produziert hat, kommt nun frischer Wind in diese Filmreihe.

Um eines schon von Anfang an klarzustellen: Der Film ist einfach genial!
Ich hatte seit langer Zeit nicht mehr so viel Film-Spaß im Kino. Ihr kennt doch bestimmt das Gefühl wenn man in einem Film sitzt und schon nach ein paar Minuten „weiß dass der gut wird“!
Der Film hat einfach ALLES was einen guten Action-Abenteuer Film ausmacht. Die einzigen anderen Filme aus diesem Genre die mit MI3 zu vergleichen wären, sind LETHAL WEAPON (1987), DIE HARD (1988), SPEED (1994) und TRUE LIES (1994). Also ist seit 12 Jahren kein „anständiger“ Film in diesem Genre ins Kino gekommen.
(Anmerk.: ich habe den ersten Teil nicht aufgelistet, da es sich um einen Agenten Thriller handelt und der dritte schon eher ein reiner Action Film ist. Und den zweiten: na ja, ich habe ja nicht die schlimmsten, z.B. SPEED 2 (1997), aufgelistet).


Für Fans der TV Serie ALIAS sei hier gesagt, dass sie voll auf ihre Kosten kommen werden. Im Endeffekt ist MI3 eine überdimensionale ALIAS Episode, mit Ethan Hunt an Stelle von Sydney Bristow (Jennifer Garner). Der Anfang ist genau wie viele Episoden der Serie. Der Film fängt mit einer Situation weit in der Handlung an und erzählt nach dem Vorspann, wie es dazu gekommen ist. Der Titelvorspann donnert wie gewöhnt über die Leinwand und wer bis dahin nicht total „aufgepeppt“ ist, sitzt sowieso im falschen Film.


Ab hier könnten nun einige Spoiler folgen. Habe versucht alles was als Spoiler angesehen werden könnte, im Unsichtbartext (d.h. Textfeld markieren um Text zu lesen) zu schreiben.

Ethan Hunt ist nun älter geworden. Er ist nicht mehr im aktiven Dienst, sondern bildet neue Rekruten aus. Er hat sich gerade mit der attraktiven Julia (Michelle „man-ist-die-niedlich“ Monaghan) verlobt und versucht so normal wie möglich zu leben. Bis ihn natürlich ein Ex-Kollege (Billy Crudup) bittet in den aktiven Dienst zurückzukehren. Lindsay (Keri Russell), eine von Hunt’s Schulerinnen, wurde bei einen Einsatz in Berlin festgenommen und verschleppt und Hunt soll sie, mit einem ausgewählten IMF Team (Ving Rhames, Maggie Q. und Jonathan Rhys Meyers), dort rausholen.

 

Ab hier, wir befinden uns gerade mal in Minute 10, rast der Film in einem Wahnsinnstempo über die Leinwand, wie ich es selten erlebt habe. Und zwar nicht in der Art wo die Action irgendwann ermüdend wird und man selbst auf Autopilot schaltet und wartet bis der Film endlich zu Ende geht (siehe MI2, UNDERWORLD, ARMAGEDDON, PAYCHECK u.v.a. „Klassiker“), sondern jede einzelne Sequenz ist spannender und mitreißender als die andere. Hunt funkt dem Oberbösewicht Owen Davien (Philip Seymour Hoffmann) durch die Geschäfte und bringt somit sich und seine Verlobte in tödlicher Gefahr.

Der Film ist voll gespickt mit Set Pieces (Szenen die in sich selbst geschlossen sind, wie z.B. die Mienen – Loren Verfolgungsjagd in INDIANA JONES AND THE TEMPLE OF DOOM). Direkt nach Rettungsmission außerhalb von Berlin kommt das Vatikan Set Piece, gefolgt von der „Vorfall“ auf der Brücke und gleich zwei Set Pieces in Shanghai.

 

Tom Cruise (egal was sein Privatleben auch angeht) ist hier in seiner Paraderolle. Er ist diesmal als Ethan Hunt so sicher, wie z.B. Harrison Ford in zweiten INDIANA JONES oder Hugh Jackman in X-MEN 2. Dieser Hunt hat auch wirklich etwas mit dem aus dem ersten Film zu tun. Der im zweiten war irgendjemand anderes. Die Filme sollen ja auch untereinander nicht miteinander verbunden sein. Sie sind schon eher wie die Bond – Filme in denen die Kontinuität nicht erforderlich ist. Den einzigen Bogen den ich in der Reihe sehe ist die Veränderung von Ethan Hunt: war er im ersten der "Sohn", für die Vaterfigur von Jim Phelps, ist er im zweiten der Mann, der "Lover" der um seine Frau gegen den Nebenbuhler kämpfen muss und ist im dritten nun die "Vater" Figur für eine neue Generation von Agenten, in diesem Fall von der Agentin Lindsay.

Überhaupt, finde ich, ist die Beziehung zwischen Lindsay und Ethan, sehr gut aufgebaut. Sie wird zwar nur ansatzweise angedeutet, ist aber der Emotionale Hauptstrang der Handlung. Der und natürlich seine Sorge um seine Frau. Sehr angenehm finde ich auch, dass der Spionage Plot, komplett fast wie ein so genannter „McGuffin“ ist. Er treibt einfach die Handlung voran, wobei Hunt’s Sorge eher sein mögliches versagen ist, die Menschen die er liebt zu verlieren. Und Hut ab vor J.J. Abrams: es klappt sehr gut. Wenn Hunt, bei einer Verhör Szene in einem Flugzeug „ausflippt“, wird er zu 24’s Jack Bauer und wir können es komplett nachvollziehen. Apropos 24 und Jack Bauer (Kiefer Sutherland). Hunt und Bauer müssen sich mal Gedanken darüber machen, dass die Bösen die sie jagen, sich immer als Kollegen, bzw. Ex-Kollegen herausstellen!

Alle anderen Darsteller (und es ist ja fast eine Ensemble Besetzung) sind erste Klasse. Wir erfahren zwar nicht viel über die anderen Mitglieder des neuen IMF Teams, aber die Zusammenarbeit klappt so gut, dass man sich am Schluss so schnell es geht noch ein paar Sequels wünscht! Endlich sieht man auch ein richtiges IMF Team bei der Arbeit. Im ersten ging es zwar um ein Team, aber es war zu kurz. Im zweiten gab es eigentlich kein „richtiges“ Team. Der einzige der wie ein Teammitglied wirkte war Luther Stickell (Ving Rhames) der bis jetzt, in jedem Film der Reihe mitwirkte und im zweiten leider nur ein Stichwortgeber war und alle paar Minuten „Ethan, no!“ rief. Diesmal ist er Bestandteil der Story. Die Action Szenen des Films sind perfekt inszeniert und wohl temperiert. Keine Action Szene ist zu lang und keine folgt zu schnell der anderen. Hervorzuheben wären dabei die Missionen des Teams, in der rasanten Rettungsmission am Anfang des Films und dem Einbruch in den Vatikan. Und die Abrechnung mit den Bösen ist auch kurz und hart. Also keine typischen „und jetzt steht der böse wieder auf und dann noch einmal…“

 

Filmmusikkomponist Michael Giacchino liefert einen absoluten Spitzen Score ab, der das Original Musik Thema sehr gut einsetzt, eigene Themen und Melodien gekonnt einbringt und sogar das alte „The Plot“ Thema aus der Serie nutzt.
„The Plot“ war früher die Melodie wenn das Team etwas vorbereitet hat.


Manche Actionlastigen Musikstücke erinnern sehr an Action Stücke aus MINORITY REPORT.
Überhaupt ist die Intensität von Tom Cruise’s Darstellung sehr ähnlich der des John Anderton aus MINORITY REPORT. Anhand dessen ist MI3, eher ein „geistiges“ Sequel/Prequel von MINORITY REPORT, als der anderen MISSION Filme. (was in meinen Augen ein riesiges Kompliment ist – MR ist einer der verkanten und besten Filme der letzten 10 Jahre).

Aber auch die leisen Momente im Film sind von Komponist Giacchino großartig untermalt! Der Score ist nicht mit dem genialen Danny Elfman Score aus dem ersten Film zu vergleichen, da der erste mehr auf Suspense baute und dieser auf Action und Thrills. Beide sind in ihrer Art und Weise absolute Klasse. Vom Schrammellärm des zweiten Films (Hans Zimmer) mal ganz abgesehen.

 

Was bleibt noch zu sagen: absoluter Spitzenfilm, der einen Riesenerfolg an den Kinokasse verdient hat und den jeder (sich selbst nennende) Kinofan auf der großen Leinwand gesehen haben muss. J.J. Abrams wird ja als nächstes einen neuen STAR TREK Film machen. Wenn der Film nur 20% von der Energie und Vitalität von MI3 haben wird, hat er 200% mehr als die letzten zwei STAR TREK Filme!

Also, your Mission should you choose to accept it: Unbedingt reingehen!

  
greek geek 2006

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