HOME ¦ SPECIALS ¦ DIRECTORS ¦ GUESTBOOK ¦ FORUM
















      


      


      


      


      


      




LIVE FREE OR DIE HARD

DIE HARD 4.0 (2007)

Regie: Len Wiseman
Drehbuch: Mark Bomback

Darsteller: Bruce Willis, Justin Long, Timothy Olyphant, Cliff Curtis, Maggie Q

Kamera: Simon Duggan
Schnitt: Nicoals De Toth

Musik: Marco Beltrami
Laufzeit: 128 min.

Dt. Start: 28.06.07
Verleih: Fox


Kurzinhalt:

Diese Saison hat viele CGI-Fantasy-Filme auf die Leinwand gebracht, aber mit STIRB LANGSAM 4.0 kommt die Realität ins Kino – mit realer Handlung, echtem Humor, und der Wiederbelebung einer geliebten und ikonischen Figur: John McClane. Am Wochenende des 4. Juli droht ein Angriff auf die verwundbare Infrastruktur der Vereinigten Staaten die komplette Nation lahm zu legen. Die mysteriöse Gestalt, die hinter diesen Plänen steckt, hat alles perfekt geplant – aber sie hat nicht mit McClane gerechnet – einem „analogen“ Cop der alten Schule.

Es ist der Beginn des Feiertags, aber der New Yorker Polizeidetektiv McClane (Bruce Willis) feiert nicht. Er hatte gerade wieder eine Auseinandersetzung mit seiner Tochter Lucy, die zum College geht, und dann erhält er einen Routinejob: Er soll den jungen Hacker, Matt Farrell (Justin Long) für ein Verhör zum FBI bringen. Aber bei McClane driftet das Normale häufig ins Außergewöhnliche ab – und er gerät mal wieder zur falschen Zeit an den falschen Ort.

Mit Farrells Hilfe begreift McClane allmählich, was das zu-nehmende Chaos um in herum bedeutet. Ein Angriff auf die verwundbare Infrastruktur der Vereinigten Staaten, der die komplette Nation lahm legen soll, zeichnet sich ab. Die mysteriöse Gestalt hinter diesem Plan, Thomas Gabriel (Timothy Olyphant), ist McClane bei der Umsetzung seines unglaublichen Vorhabens immer einige Schritte voraus.



Review:

STIRB LANGSAM 4.0 - Eine Review von Henning Mehrtens, aka Horst J. Gonzales

Planet Hollywood ist zurück! Schwarzenegger terminiert weibliche Konserven-Tussis, Stallone rockt den Boxring und nun ist endlich auch Willis wieder nur sehr sehr langsam unter die Erde zu bekommen.
Das DIE HARD Franchise hat im Gegensatz zu den anderen beiden Möchtegern-Gastronomen-Filmvehikeln aber vor allem eines zu bieten: Einen guten Schauspieler. Kein zwanghafter Akzentmuskelpolitiker. Kein mimikminimalistischer Stumpframbo, nein, Bruce Willis hat mehr als einen Tonlage in der Stimme und aktiviert mehr Gesichtsmuskeln.
Nun ist ein Film mehr als sein Hauptdarsteller und natürlich auch mehr als die Summe seiner Teile, aber gerade die frühen Actionfilme der späten 80er waren so sehr personalisiert, dass man sich eben kein ALIEN-Film ohne Weaver vorstellen kann. (Was? Es gibt einen? Achso, na ja, der diente ja auch nur als Vorlage für Zwischensequenzen von Videospielen!) oder eben einen Terminator ohne „Eil Bi Bägg“-Arnie.



Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Auch im Kino.”What I Wanna See Is What I Wanna Get!“
Und deswegen ist Stirb langsam 4.0 (und da stimme ich dem geekigen Greek zu: Was für ein bescheuerter deutscher Titel!) genau so, wie man ihn sich wünscht.
John McLane steht plötzlich wieder vor einem und erinnert mich daran, warum früher tatsächlich alles besser war. Zumindest im Kino. Filme für ein bestimmtes Publikum, nicht für die breite Masse. Filme mit klaren Zielen: Unterhaltung, Selbstironie und einen puren, unverfälschten Schlag mitten in die Fresse.
Yippie-Yah-Yeah, Schweinebacke.
Diese Fortsetzung versteht es, das Konzept der ersten drei Teile, die allesamt durchaus nebeneinander bestehen können, ohne dass ich meinen Favoriten klar herauspicken könnte, aufzugreifen und ins moderne Terrorismusnetz zu verweben.



Als ich von dem Film das erste Mal hörte, und auch, worum es ging, dachte ich nur: „Was für ein verzweifelter Versuch, John McLane ins neue Millennium zu schicken!“ Aber der Film belehrt eines besseren und ist nach langem mal wieder der Beweis, dass es tatsächlich noch Filme gibt, die besser sind, als der Trailer es vorgaukelt. (meistens ist es ja fast schon andersherum)

Doch auch hier raubt der Trailer den einen oder anderen Überraschungsmoment, gerade was die ausgeklügelten Actionsequenzen anbelangt, die sich wirklich sehen lassen können und endlich wieder handfeste Kost liefern, nach den ganzen abgedrehten Kung-Fu-Kämpfen und Weltraum-Grafiken.
Und Bruce darf doch tatsächlich eine Frau schlagen, nein, gehörig vermöbeln. Allerdings erst nachdem sie ihn mit fernöstlicher Kampfkunst grün und blau geschlagen hat. Und ich hatte Spaß, ihm dabei zuzuschauen! Um alle Feministen zu beruhigen. Es ist nicht in Ordnung, eine Frau zu schlagen, aber John hat hier keine Dame verdroschen, sondern mit einem Trend abgerechnet, der sich durch die Actionfilme der letzten Jahre gezogen hat: diese lästigen Martial-Art-Gekloppe, die bei Matrix noch Mittel zum Zweck waren, aber zu guter Letzt ad absurdum geführt wurden. Also: Rehabilitierung für John! Nieder mit dem Drahtseil-Geprügel!
Zurück zur Story: Ein Computer-Geek mit unheimlichen Resourcen und Verbindungen in die Regierung hackt sich fröhlich in sämtliche Server und Treiber und Back-Ups und Motherboards der USA und legt nach und nach die gesamte internetäre Infrastruktur lahm und schickt die Staaten an den Rand der Steinzeit. Chaos bricht aus. Auf der Jagd nach der Ursache stößt das FBI auf einen jungen Hacker, der versehentlich dem großen bösen Hacker dabei geholfen hat, das Chaos zu produzieren. Er wird zum Verhör eskortiert, natürlich von John McLane, der mal wieder zur falschen Zeit am falschen Ort Streife fährt.

Da der böse große Hacker aber Schiss hat, dass der kleine Hacker auspackt, gerät John zwischen die Fronten und wird in die Rolle des Kindermädchens gezwungen, sprich: er bekommt einen Sidekick, der sich dufte mit Computern auskennt, was natürlich von nutzen ist, wenn man die freie Welt vor dem Internetchaos retten möchte. Dieser Sidekick ist dann auch das einzig zweischneidige an dem Film: Natürlich braucht Hau-Drauf-Bruce einen Brain, der ihm die schöne neue Welt erklärt, aber warum nur muß der Junge alle 5 Sätze den Heldenstatus von John so ins Vorderlicht rücken. Ich möchte mir gerne selbst den Gedanken machen, dass der Bruce es richtig drauf hat, da brauche ich keine Sätze im Drehbuch, die meine Nase mit diesem Umstand blutig hauten.
Aber das ist auch wirklich das einzig negative in dem Film, neben dem klischeelastigen Ende, bei dem die Entführung der (jawohl) sexy Tochter leider etwas zur Standard-Formel im Plotgenerieren für Actiondramaturgie verkommt.
Der Rest macht Freude und gute Laune pur. Besonders der Kurzauftritt von „Silent Bob“ Kevin Smith, der als Wizard nicht nur McClane über die zweifelhaften Auswüchse der heutigen Abhängigkeit von technischen Apparaten verwundert zurücklässt. Insgesamt ist der Cast wirklich sehr überzeugend und auch ein charismatischer Bösewicht ist gefunden worden, der prima böse mit der Stirn runzelt und John das Leben gehörig schwer macht, inklusive zerrissenem Unterhemd und blutverschmierten Prellungen an allen Extremitäten.

John ist zurück und lässt Arnie und Co. wirklich so alt aussehen wie sie sind. Der King Of Action stirbt halt eben nur langsam... und hoffentlich noch in einen Film mehr!



Horst J. Gonzales
Juni-2007

greekgeek.de © 2005 • Privacy Policy • Terms Of Use