HOME ¦ SPECIALS ¦ DIRECTORS ¦ GUESTBOOK ¦ FORUM
















 





 

BASIC INSTINCT 2: RISC ADDICTION

BASIC INSTINCT 2: RISC ADDICTION (2006)

Regie: Michael Caton-Jones
DrehbuchLeora Barish, Henry Bean

Darsteller:  Sharon Stone, David Morrissey, Charlotte Rampling, David Thewlis

Kamera: Gyula Pados
Schnitt:IstvanKyraly, John Scott                               

Musik: John Murphy


Laufzeit
: 114 min.

Dt. Start: 30.03.06


Verleih
: Constantin


Kurzinhalt:


Catherine Tramell (Sharon Stone) gerät in London erneut in Konflikt mit dem Gesetz. Und auch Scotland Yards charismatischer Kriminalpsychologe Dr. Michael Glass (David Morrissey) verfällt, ähnlich wie einst sein Vorgänger Nick Curran, ihrem gefährlichen Bann, als er versucht den mysteriösen Tod eines Profisportlers aufzuklären...

Als BASIC INSTINCT in den 90er Jahren ins Kino kam, entbrannte eine hitzige Diskussion; nicht nur über die sehr freizügigen und provokanten Sexszenen, sondern auch um die Frage, wer war der oder die Mörderin. Ich für meinen Teil konnte nie verstehen, warum man(n) auf den Gedanken kommen konnte, es sei nicht Catherine Tramell für die Morde verantwortlich.
Es gab Umfragen wonach sogar 5 % der Kinobesucher sagten, dass die Rolle des Michael Douglas für die Morde verantwortlich war!

Gute 15 Jahre später kommt das mittlerweile überflüssig gewordene Sequel ins Kino. Warum überflüssig? Zum einen ist BASIC INSTINCT eine in sich abgeschlossene Geschichte, auch wenn es am Ende noch Raum für Spekulationen gibt, zum anderen ist von der alten Besetzung nur noch Sharon Stone mit dabei und das mit mittlerweile 48 Jahren. Nicht dass mich jemand falsch versteht; auch ältere Frauen haben durchaus Sexappeal und Sharon Stone ist ein sehr gutes Beispiel dafür, aber die ständige Betonung ihres tollen Aussehens und ihres wirklich beneidenswerten Körpers ist einfach zuviel. Jede Nahaufnahme zeigt ein nahezu faltenfreies Gesicht und einen durchtrainierten, wohlgeformten Körper, der sich seinem wahren Alter zu verweigern scheint. Das sind eigentlich die guten Nachrichten. Was sind dann die schlechten?

Nun zum einen ist da die Story: Catherine Tramell wird beschuldigt den Tod eines Footballspielers verursacht zu haben und wird des Totschlags angeklagt. Ein ehrgeiziger Psychiater soll ein Gutachter über sie erstellen. Er erkennt nach einem Gespräch sofort die manipulative und risikosüchtige Natur von Tramell und hält sie durchaus für fähig anderen und sich selber etwas anzutun. Tramell kommt frei und begibt sich in die psychotherapeutische Behandlung ebenjenes Psychiaters und ein Katz und Maus spielt beginnt. Tramell beginnt in das Leben des Psychiaters einzugreifen und bewirkt, dass er immer weiter die Kontrolle darüber verliert.

Einer nach dem anderen seiner Bekannten und Freunde sterben und gerät dabei immer tiefer in den Verdacht, dass er ein Mörder sein konnte.

Wenn man diese Zusammenfassung liest, hat man das Gefühl, es könnte doch ein spannender Film sein, aber leider sind die Rollen zu klar verteilt. Sharon Stone die unablässig mit einem teuflischen Grinsen in die Kamera schaut, uns als Zuschauer direkt ansieht und der Psychiater, der zunächst klare Regeln hat und stets den ethischen Anforderungen seines Berufstandes gerecht wird und dann es nicht einmal mehr schafft sich zu rasieren und den Manipulationen von Tramell nichts mehr entgegen zu setzen hat. Konnte man beim ersten Teil zumindest Zweifel haben, wer den nun wen benutzt, so ist hier der Bösewicht zu eindeutig zu identifizieren, auch wenn der Drehbuchautor sich sicher größte Mühe gegeben hat, am Ende noch den einen oder anderen tatverdächtig aussehen zu lassen, um dann ganz am Ende eine absurde Alternative anzubieten.

Im ersten Teil erleben wir Catherine Tramell auch einmal traurig oder als nette Frau, die den leidgeprüften Cop mit einem Besuch aufheitern will, aber hier gibt es nur eine Facette von ihr, die nach 30 Minuten langweilig wird, weil wir keine Sympathie für sie empfinden.


Ein weiterer Vorteil des ersten Teils ist, dass hier die Rollenmuster von Männern und Frauen aufgebrochen werden. Zum einen sind da die chauvinistischen Polizisten, die in ihrer Männerwelt agieren und wenig oder keinen Respekt vor Frauen haben.

Mit dem Auftreten von Catherine Tramell während der berühmten Verhörszene, wird ihnen eine starke Frau entgegengesetzt, die ihrerseits sich das Recht nimmt das zu tun (und es mit dem oder der zu tun) wozu sie Lust hat.
Die Frau als gleichberechtigter Partner auf Augenhöhe, die die Machtansprüche der Männer ganz unverhohlen in Frage stellt und sie herausfordert.
Das führt dazu, dass die Rolle des Michael Douglas seine Freundin, die Psychiaterin ist (!) fast vergewaltigt, um die Rollenverhältnis wenigstens für kurze Zeit wieder gerade zu rücken.

Die Sexszenen: Waren sie im ersten Teil perfekt choreographiert und in Szene gesetzt, wirken die Sexszenen im neuen Film altbacken und lieblos gefilmt. Man könnte meinen, „Mama“ wäre doch etwas in die Jahre gekommen!

Zusammenfassend kann man sagen; ich habe schon besser Filme in der ZDF-Reihe Sommernachtsfantasien gesehen! Dennoch ziehe ich meinen Hut vor Sharon Stone. Auch wenn sicherlich einige Schönheitsoperationen und einige Retuschierungstricks mit am Werk waren; wenn ich mit 45 Jahren annähernd so aussehen sollte, dann hätte ich bestimmt nichts dagegen.


 

 

frank'n'steiner 2006

greekgeek.de © 2005 • Privacy Policy • Terms Of Use