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BASIC INSTINCT 2: RISC ADDICTION

BASIC INSTINCT 2: RISC ADDICTION (2006)

Regie: Michael Caton-Jones
DrehbuchLeora Barish, Henry Bean

Darsteller:  Sharon Stone, David Morrissey, Charlotte Rampling, David Thewlis

Kamera: Gyula Pados
Schnitt:IstvanKyraly, John Scott                               

Musik: John Murphy


Laufzeit
: 114 min.

Dt. Start: 30.03.06


Verleih
: Constantin

Kurzinhalt:

Catherine Tramell (Sharon Stone) gerät in London erneut in Konflikt mit dem Gesetz. Und auch Scotland Yards charismatischer Kriminalpsychologe Dr. Michael Glass (David Morrissey) verfällt, ähnlich wie einst sein Vorgänger Nick Curran, ihrem gefährlichen Bann, als er versucht den mysteriösen Tod eines Profisportlers aufzuklären...

14 Jahre sind mittlerweile vergangen, seitdem Catherine Tramell, das letzte Mal den Eispickel wetzte!
Ich kann mich noch erinnern, wie ich im Frühjahr des Jahres 1992, im Atrium Kino in Bielefeld, BASIC INSTINCT, diesen Klasse Thriller von Paul Verhoeven gesehen hab. Ich hatte bereits von dem Film gehört. Er hatte kurz vorher einen deutschen Titel.
Und zwar hieß er bis kurz vor Start UR-INSTINKT, wurde aber kurz vorher wieder auf BASIC INSTINCT zurück benannt. Wahrscheinlich hat jemand bemerkt, dass wenn man den Trennstrich zwei Buchstaben weiterschiebt, URIN-STINKT, dabei rauskommt.

Was ist alles in den letzten 14 Jahre passiert (außer das man älter geworden ist)?
Eine Menge! Ich weiß nicht wie oft Miss Stone versucht hat diesen Film zu machen. Es wurde nie was daraus. Und ich hatte jedesmal Angst davor, was dabei rauskommt.
Ich schätze BASIC INSTINCT sehr!

Klasse Performances von Michael Douglas und Sharon Stone, perfekte Inszenierung von Paul Verhoeven, ein kräftiges Drehbuch von Joe Eszterhas, meisterhafte Musik von Jerry Goldsmith und eisgekühlte Bilder von Jan De Bont.

Von diesem Team ist leider nur Sharon Stone in der "Fortsetzung" mit dabei. Ich habe Fortsetzung in Anführungsstrichen gepackt, da diese Story keine braucht. Ich habe schon mehrfach betont, dass GreekGeek ein großer Fan von Sequels ist, aber machmal reicht die Rahmenhandlung dafür nicht aus. Besonders wenn dann nur ein Charakter wieder auftaucht. Der erste Film war ja eigentlich die Geschichte des Polizisten Nick Curran (Douglas) und Tramell (Stone) war der McGuffin. Die Eispickelmörderin war das Konzept des Films. Ein Sequel mit einer Figur aus dem ersten Film zu machen ist immer riskant und geht auch (meistens) daneben. SPEED war die Geschichte von Keanu Reeves Charakter und das Konzept war der Bus, aber SPEED 2 - CRUISE CONTROL zeigte nur den Love-Interest (Bullock) aus dem ersten Film und sonst nichts davon. (Das Schiff war ja nicht mal schnell).

Und so verläuft es mit BASIC INSTINCT 2 auch. Die Hauptfigur des Films ist der Psychiater Michael Glass (wenn dies eine Anspielung auf Michael Dou-Glas sein soll, könnte es sein, dass mir gleich schlecht wird...) und Tramell ist eigentlich nur der McGuffin des Films.

Machmal, wenn sie auftaucht, wirkt sie wie im falschen Film. Einmal fragt sie Glass: "Was machen sie denn hier?". Das hab ich mich auch gefragt!!

Der Film fängt mit so einer langen Expostion an, dass ich mich erstmal (in den ersten 30 Minuten) - auf das was nun wohl folgen könnte - gefreut hab.
Aber nix da. Leider ist das meiste was vorbereitet wird, unnötig oder nicht unbedingt spannend genug.

Denn nach dem langen ersten Akt, folgt die Handlung akribisch der ersten Hälfte des ersten Films. Sogar die Szene "Hauptfigur-ist-von-der-verdächtigen-Frau-so-fasziniert-dass-er-mit-einer-anderen-Frau-schläft-aber-eigentlich-sie-dafür-bestrafen-will-dass-er-die-Kontrolle-über-sich-verliert" ist 1zu1 drin, aber hat nicht die gleiche Wirkung.
Die Erotikszenen sehen aus wie aus einem B-Film. Was im Original von Verhoeven perfekt choreographiert war, ist hier nur noch eine Weitwinkeleinstellung von zwei nackten Körpern auf VOX Niveau!

Und dann ist da noch die Musik des Films. Der noch relativ unbekannte John Murphy komponierte zwar einen neuen Score (der die meiste Zeit wie David Arnolds James Bond Scores klingt), aber er benutzt sehr oft das Titelthema des ersten Films von Jerry Goldsmith. Und damit löst er das miese Gefühl aus, bei dem man merkt wie schlimm dieser Film im Vergleich zum anderen ist.
Nicht nur das: anscheinend merkten die Macher nicht, dass bestimmte Musikstücke an bestimmten Szenen des ersten Films "gebunden" sind. So wird z.B. das Musikstück das Goldsmith für die "Nach-dem-Sex-bring-ich-dich-um" Szenen komponiert hat, einfach in jede mögliche Spannungsszene eingebaut und wirkt leider lächerlich, bzw. wie bei einem Amateurfilmer, der seinen Lieblingsscore auf CD abspielt!!!

Irgendwie glaube ich auch, dass Miss Stone und die Drehbuchautoren den Charakter von Catherine Tramell nicht so richtig verstanden haben. Oder sie hat sich in den 14 Jahren sehr verändert. Stone spielt Tramell, wie jemand der in einer Kopie von BASIC INSTINCT ihre Rolle spielen würde. Sie zieht Grimassen und versucht gefährlich zu wirken in dem sie "dämonisch" guckt!

In keiner Szene aus dem ersten Film guckt Tramell wie ein Bösewicht - in diesem Film aber ziemlich oft.

Als ich den Trailer zu BASIC INSTINCT 2 gesehen habe, dachte ich, dass wenigstens der Londoner Look dem ganzen einen interessanten Touch geben würde.
Is aber auch nicht so.

Der Film spielt die meiste Zeit in Appartments oder Büros, oder in unecht-wirkenden Rotlicht-Milieu Ecken.

Vielleicht hätte der Film eine andere Wirkung wenn er nicht den Titel BASIC INSTINCT tragen würde. Überhaupt scheint der Film, mit den ganzen englischen Schauspielern, manchmal wie eine neuen Folge aus der englischen Komödie Reihe IST JA IRRE - MEINE ALTE LÄSST DAS MORDEN NICHT!. Das garantieren auf jeden Fall manche Dialoge. Glass und der Inspektor (gespielt von David Thewlis, in seiner schlimmsten Rolle seit THE ISLAND OF DR. MOREAU) finden eine Leiche im Rotlicht-Milleu. Der Inspektor sagt: "Sein Name ist Richard Peppowitch. Seine Freunde nennen ihn Dickie Pep!". Wenn Lt. Frank Drebin (THE NAKED GUN) daneben stehen würde hätt ich's ja verstanden!

BASIC INSTINCT 2: leider doch ein große Enttäuschung, auch wenn ich es nicht anders erwartet habe.



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