HOME ¦ SPECIALS ¦ DIRECTORS ¦ GUESTBOOK ¦ FORUM




















 



 



 

AVATAR

AVATAR

Regie: James Cameron
Drehbuch: James Cameron

Darsteller: Sam Worthington, Zoe Saldana, Sigourney Weaver, Stephen Lang, Michelle Rodriguez, Giovanni Ribisi, Joel Moore

Kamera: Mauro Fiore
Schnitt: John Refoua, Stephen E. Rivkin
Musik: James Horner

Laufzeit: 162 min.
Dt. Start: 17.12.09
Verleih: 20th Century Fox


In dem epischen Fantasy-Abenteuer AVATAR – AUFBRUCH NACH PANDORA nimmt uns Star-Regisseur James Cameron („Titanic“, „Aliens – Die Rückkehr“, „Der Terminator“) mit in eine faszinierende neue Welt jenseits der Grenzen unserer Vorstellungskraft. Gemeinsam mit Jake Sully (Sam Worthington) taucht der Zuschauer in eine fesselnde Story ein und geht auf eine Reise voller Gefahren und Entdeckungen.

Vor Jahren wurde Jake Sully schwer verwundet und ist seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt. Als ihm für ein Projekt das Angebot unterbreitet wird, zum weit entfernten Pandora zu reisen, willigt er schnell ein, um seinem für ihn sinnlos gewordenen Leben zu entkommen. Denn dort erwarten ihn unvorstellbar schöne und farbenreiche Landschaften aus üppigen Regenwäldern mit fantastischen Pflanzen und Tieren – manche wunderschön, andere furchterregend. Doch Pandora ist nicht unbewohnt: Die Na’vis sind die Ureinwohner des Planeten und leben im Einklang mit der Natur, die sie umgibt.

Pandora ist reich an dem für den Menschen sehr wertvollen Rohstoff Unobtainium. Da der Mensch in der Atmosphäre Pandoras nicht existieren kann, wurde ein wissenschaftliches Projekt initiiert, bei dem genetisch manipulierte Hybride aus menschlicher und Na’vi DNA erschaffen wurden: die so genannten Avatare.
Ein Avatar wird von einem Menschen mental gesteuert, indem das menschliche Gehirn und die Gefühlsrezeptoren über eine spezielle Technologie mit dem Avatar-Körper verbunden sind. Leiterin des Projekts ist die Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine (Sigourney Weaver), die Jake zunächst skeptisch gegenüber tritt.

Während Jakes Erkundigungen auf Pandora trifft er die junge und schöne Na’vi Frau Neytiri (Zoe Saldana), die ihn sofort fasziniert. Durch sie lernt er nach und nach das Leben und die Kultur der Na’vis kennen.

Doch je mehr Zeit Jake mit den Na’vis verbringt, desto mehr gerät er in einen Konflikt, mit sich selbst und mit seiner Außenwelt. Er muss sich entscheiden, auf wessen Seite er steht – in einem Kampf, der über das Schicksal einer ganzen Welt entscheidet…



Review:

Es ist eine Menge passiert in den letzten 12 Jahren. Zwischen dem Start von TITANIC und von AVATAR sind morgen (18.12.) exakt 12 Jahre vergangen.

Wenn man das ganze Film-mäßig betrachtet ist eine MENGE passiert. Kurz nachdem TITANIC alle möglichen Einspielrekorde gebrochen hat, wurde eine Box-Office-Welle ausgelöst die zwar schon seit ungefähr 10 Jahren da war (ging 1989 mit BATMAN aufs neue los) aber sich noch mehr potentierte.

Gleich zwei Jahre später gingen mit THE MATRIX und STAR WARS – EPISODE I – THE PHANTOM MENACE zwei Filme an den Start die das Verhalten der Filme in der bald zu ende gehenden Dekade drastisch veränderten.

Nie zuvor gab es Filmreihen die das Kino bestimmten: LORD OF THE RINGS, HARRY POTTER, PIRATES OF THE CARIBBEAN – alles mehrere Filme die in einer einzelnen Dekade produziert und ins Kino gebracht wurden.

Somit hat James Cameron laaaange nicht mehr mitgespielt, im großen Box-Office Spiel der Millionen Blockbuster – auch wenn er selbsternannter "King of the World" ist.

Aber hier gehts erstmal um den Film und noch nicht um seinen Erfolg, den er wahrscheinlich am ersten Wochenende weltweit haben wird.

Ist AVATAR ein „Game-Changer“ wie Cameron seit Monaten erzählt? – Nein!
Ist AVATAR ein guter Film? – Ja!
Ein sehr guter Film sogar, leider ein wenig zu lang, aber weitgehend unterhaltsam.



Digital 3D und so weiter ist auf dem höchsten Stand und darüber werde ich hier auch kein Wort verlieren, da man bei Cameron auch nichts anderes erwarten kann!!!

Pandora, die Welt die wir in diesem Film besuchen und kennenlernen werden, ist atemberaubend!
Ich bin lange nicht mehr so sehr verzaubert worden wie hier. Die Farben die diesen Planaten beherschen - phantastisch!

Die wunderbaren Flüge durch diesen Urwald Planeten sind nur eins der sehr vielen Highlights dieses Abenteuers.

Was ganz gut funtkioniert, aber leider zu sanft behandelt wurde, ist die Liebesgeschichte die sich in dieser Geschichte entwickelt. Sanft ist in dem Fall gut, weil man nicht einen über den Schädel kriegt um zu begreifen, dass diese beiden für einander bestimmt sind.
Ob es nun Schlußendlich der Erdenmensch und die Navi-Frau sind, oder der Erdenmensch und der Planet Pandora, bleibt meiner Meinung nach offen.

Was ein wenig hinkt ist die Entwicklung der Story.

Natürlich erkennt man sofort Elemente aus Filme wie LAWRENCE OF ARABIA, DANCES WITH WOLVES und THE LAST SAMURAI wieder.
Alles Geschichten von jemanden der für die eine Seite arbeitet/kämpft, die andere Seite kennenlernen muss und dann bemerkt, dass er selber wohl auf der falschen ist/war.

Damit hab ich kein Problem, gute Geschichten können mehrmals mit neuem Gewand erzählt werden.



Das Story-Problem ist eher ein anderes:
Es sind keine richtigen Überraschungen drin, die Figuren verändern sich kaum – gute sind gut, böse sind böse – und alles läuft so ab wie man es erwartet – nur eben imposanter.
Und genau das Imposante lässt eben die vorhersehbare Handlung verschwimmen.

Hauptdarsteller Sam Worthington ist ein symphatischer Typ. Er bringt als Jake Sully keine überragenden Leistung hervor, kann aber sehr gut als die Identifikationsfigur für uns Zuschauer dienen.
Schon im grausigen TERMINATOR SALVATION war er das einzig nette und auf CLASH OF THE TITANS - seine nächste Hauptrolle - bin ich mehr als gespannt.
Worthingtons Charakter ist zwar der einzige der einen Wandel durchmacht, nur wirkt es eher so als ob er grad nichts besseres zu tun hatte.
Er ist nämlich kein fanatischer Verfechter der einen Seite um sich später für die anderen zu entscheiden. Das einzige was er will/braucht sind funktionierende Beine.
Und sobald er die in der Form seines Avatares bekommt, ist der Wandel eigentlich schon eingetreten.
Die Szene in der er zum ersten Mal die Beine nutzen kann ist für mich persönlich eine der zauberhaftesten im Film. Die Inszenierung der Szene, die Motion Capture Emotionen des Charakters, die Musik – alles perfekt.

Zoe Saldanas Charakter, Neytiri, ist eigentlich das Herz dieser Story.
Immer wenn sie auf der Leinwand erscheint "lebt" der Film. Eigentlich schade, dass dies nie passiert wenn "nicht-animierte" Menschen zu sehen sind, aber dafür können wiederrum die Schauspieler nichts.
Worthington macht eben das beste aus dem Material das ihm gegeben wurde und Sigourney Weavers Nebenrolle bleibt leider auch nur nebensächlich.
Nie baut sich eine starke Bindung zwischen ihrem Charakter - der Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine - und Sullys auf.
Umso tragischer ist es, dass dies - in der einen wichtigen Sequenz am Ende des 2.Aktes - von großem Vorteil wäre.

Und somit bleibt auch der Bösewicht, Colonel Quaritch, einfach nur eine blasse Karikatur anderer Filmbösewichte.
Er ist von Anfang bis Ende immer gleich fies und böse, sodaß nie etwas Substantielles rüberkommt - außer eben Bösewicht-Chargieren



Die Effekte sind wie bereits gesagt perfekt, einzig die Sound-Effekte irritierten mich:
wieso haben die Tiere auf Pandora alle die Saurier-Stimmen aus Spielbergs JURASSIC PARK?
Ich hab den T-Rex wiedererkannt, Raptoren waren dabei und einen Dilophosaurus habe ich auch noch gehört?!?!

Die Musik von James Horner (bereits bei ALIENS und TITANIC mit Cameron zusammengearbeitet) ist zwar nicht unbedingt neu, aber frischer als man von Horner mittlerweile erwartet und sie begleitet den Film angenehm. Sehr schön ist das Liebesthema, dass sich in, dem von Leona Lewis gesungen Song, "I see you" entfaltet.
Sehr oft zitiert Komponist Horner sich selbst (ein bisschen TITANIC, ein Hauch APOCALYPTO, sein alt-bekanntes "Gefahren-Thema" aus ALIENS und STAR TREK III) und einmal hab ich mich erwischt wie ich hoffnugsvoll dachte, dass ein anderer Charakter, den Horner 1991 musikalisch begleitet hat, aus dem Gestrüpp springt:

unsere Helden befinden sich in einer auswegslosen Lage, viele wichtige Hauptfiguren sind außer Gefecht gesetzt und nichts kann ihnen mehr helfen, doch plötzlich ertönt ein Musik-Thema, dass dem Thema aus THE ROCKETEER so nah ist, dass ich dachte die Geräusche des Jet-Packs zu hören.
Waren dann aber wieder die JURASSIC PARK Geräusche!

Sehr weit unten in meiner 2009er Top Ten Liste wird AVATAR nicht landen, aber sehr weit oben auch nun wieder nicht.
Gestern, direkt nach dem Kinobesuch, hatte ich das Gefühl, dass AVATAR in meiner Top 3 landet, aber nun glaube ich eher, dass es erstmal ein gutes Mittelfeld sein wird.

Alles in allem (auch wenn es einige Macken gibt) eine sehr gute Rückkehr des "King of the World".
Nur Cameron versteht es uns mit Spektakel nicht zu nerven, sondern vom dem näheren Betrachten seiner Story abzuhalten.

Außerdem ist die Message dieses - doch eher - Kriegsfilms die perfekte Weihnacht-Friedens-Botschaft schlechthin.


GreekGeek - Dezember, 17, 2009



greekgeek.de © 2005 • Privacy Policy • Terms Of Use