THE A-TEAM

THE A-TEAM (2010)

Regie: Joe Carnahan

Drehbuch: Joe Carnahan & Brian Bloom und Skip Woods

Darsteller: Liam Neeson, Bradley Cooper, Jessica Biel, Quinton 'Rampage' Jackson, Sharlto Copley, Patrick Wilson, Gerald McRaney

Kamera: Mauro Fiore
Musik: Alan Silvestri
Laufzeit: 117 min.

Dt. Start: 12.08.10
Verleih: 20th Century Fox


DAS A-TEAM – DER FILM erzählt von den spannenden Abenteuern eines bunt zusammen gewürfelten Haufens ehemaliger Mitglieder einer Elitetruppe, denen ein Verbrechen zur Last gelegt wird, das sie nicht begangen haben.

Sie machen sich mit ihren eigenen Mitteln und auf eigene Faust daran, ihre Unschuld zu beweisen und die wahren Täter zu überführen.

Das „A-Team“ besteht aus Liam Neeson (TAKEN, „96 Hours”, 2008), Bradley Cooper (THE HANGOVER, „Hangover”, 2009), dem Martial-Arts-Artist Quinton „Rampage” Jackson sowie dem DISTRICT 9-Star Sharlto Copley. In weiteren Hauptrollen spielen Jessica Biel und Patrick Wilson.



Review:

Ich bin zwischen 30 und 40 Jahre alt, habe meine Kindheit damit zugebracht, Samstags vormittag RTL zu schauen, als es noch neu war und diese aufgefächerten drei Buchstaben oben in der Ecke prangten. Bevor es RTL gab, war der Dienstag vorabend reserviert, denn da fiel Colt Seavers aus einem Flugzeug in einen Riesenhaufen Stroh.
Niemand konnte ihm das Wasser reichen, keiner war so cool, niemand hatte so eine heiße Bikini-durch-die-Salontür-schwingende Quoten-Co-Darstellerin und wenn ich nicht gerade mal so sein wollte wie Colt oder mit Mask-Fahrzeugen die Stunts nachgespielt hatte, gab es ja immer noch MacGyver... dort, wo der Sat.1 Ball noch Ball sein durfte und am Samstag der FilmFilm lief....

Ein Colt für alle Fälle und MacGyver! Mann, war ich froh, zu der Zeit JUNGE gewesen zu sein, in der ich JUNGE war. Und dann kamen auf RTL eben jene Ex-Soldaten den beiden zur moralischen Hilfe und verdammt, ich konnte damals schon den äußerst schlampigen Trick im Vorspann ausmachen,... genau, wenn sich dieser Jeep überschlägt und eine Puppe angeschnallt auf ihr Crash-Test-Ende wartete.
Aber geschenkt... Colt und Mac konnten einpacken, wenn B.A, Face, Murdock und Hannibal sich wieder einmal die Propangasflasche umschnallten und den Ludolfs damals schon zeigten, was man mit Schrott alles anstellen konnte, nämlich extrem cool Banditen in die Flucht schlagen! Pimp My Ride ist für mich immer noch ein heimliches Spin-Off des A-Teams!



Komisch, dass ich es immer noch nicht geschafft habe, mir diese drei Serien auf DVD zuzulegen, vielleicht, weil die Erinnerung an eine schöne TV-Erfahrung eben dies ist?
Nostalgie? Und aus Angst, diese Erinnerung mit der Sicht des gereifteren Jungen, der zwar immer noch gerne Colt Seavers wäre und sich schon darauf freut, mit seinem Nachwuchs endlich wieder eine Lego-Eisenbahn zu bauen, zu zerstören?
Wenn das stimmt, warum dann ins Kino? Zu einem dieser 80er-TV-Serien-Adaptionen, die doch eigentlich sowieso nix taugen? Eben darum! Die Nostalgie-Brille ist abgesetzt und der neue Blick auf etwas altbekanntes und heißgeliebtes kann in dem Sinne die alten Erinnerungen nicht kaputt machen, sondern nur noch verstärken. Falsch gedacht!

Dieser Film hat die Essenz der Serie bis ins Mark erfasst und die Darsteller sehen alle so aus und spielen so, als wären sie Hochglanzversionen von Smith, Peck, Murdock und ja, auch von Baracus! Produzent Young, der so lange am Drehbuch hat doktorn lassen, dass man leicht davon hätte ausgehen können, es handele sich um eine der vielen Katastrophenverfilmungen, die einfach kaputtgeschrieben werden, bewies tatsächlich Händchen für die perfekte Mischung aus Action, Comedy, Action und Action-Comedy und was am wichtigsten ist: Selbstironie und Esprit. 2 Zutaten, an denen nicht nur TV-Adaptionen im Generellen, sondern auch ganz viele Film im Allgemeinen krepieren.



Gut, man darf darüber streiten, ob das Drehbuch genug Substanz beinhaltet, den Film zu tragen, wenn man sich vor Augen hält, dass es vor allem die Chemie zwischen den Hauptdarstellern ist, die 121 Minuten lang pure Freudenschreie in mir auslöste und mich zu einem Dauergrinsen animierte. Seien wir doch ehrlich... eine Story hat keiner erwartet, Tiefe schon gar nicht, doch auch hier hat mich das Ergebnis tatsächlich überrascht. Wir sehen hier 4 Darsteller, die mit jeder Pore eines ausstrahlen: Spielfreude und schelmische Lust am Beruf und an den Vorbildern. Wie ich schon sagte, die Rollen sind Hochglanzversionen der alten Figuren, ohne den Charme einzubußen. Neeson IST Peppard!
Copley IST Schultz (auch wenn er tatsächlich etwas mehr "Kante" hätte vertragen können), Jackson IST (tatsächlich) Mr. T! Halt, keiner ist Mr. T ausser Mr. T, doch in diesem Film fällt es gar nicht auf, dass es nicht Mr. T ist, der da Mr. T ist! Und das gelingt dem Film in Perfektion mit der Besetzung von Cooper als Benedict! Das Team-Spiel und die Ergänzung der einzelnen Facetten der 4 Freunde bilden den Kern des Filmes!
Liam Neeson überrascht an dieser Stelle am meisten, schon bei der Ankündigung des Castes war er der einzige der vier, den ich nie und nimmer in dieser Rolle erwartet hätte. Gerade das macht es aber aus... diese Leichtigkeit, mit der er in die Haut des Peppard/Smith schlüpft ist alleine schon das Eintrittsgeld wert.



2 Stunden Actionkino und Eskapismus in die Jugend pur! Jede Minute feinste Leichtigkeit im Umgang mit dem Original, ohne dabei zu verklärt zurück zu blicken. Für mich ein Gewinner im Filmsommer 2010, wenngleich ich 2 Sachen tatsächlich vermißt habe: Hannibals Rollenspiele und VERDAMMT! Wo war das A-Team-Mobil in der zweiten Hälfte des Filmes, da hätten die Ludolfs und Xzibit dochmal zusammenschmeißen können, um das Auto wieder fit zu machen... ausserdem sollte man über eine platte Liebelei hinwegzwinkern (die Beziehung zu Justin Timberlake scheint Jessica Biel übrigens extrem altern lassen) und über die Enthüllung der wahren Hintermänner sei auch die eine oder andere 08/15-Wendung verziehen.
Aber auch hier steht den Nebenrollen die Spielfreude ins Gesicht geschrieben.

Leider bleibt der große Erfolg des Filmes in den USA noch aus, um auf eine Fortsetzung zu hoffen, vielleicht reicht ja das Einspielergebnis aus Übersee, aber dieser kleine Junge hier will mehr! Auch wenn der "Pressekollege" neben mir im Kino sich als Extremfan oder doch nur als bockiges Kind geoutet hat, indem er nach dem Film sagte: "Na, da muss ich zum Ausgleich aber meine A-Team-DVD-Boxen wieder auspacken, um diesen Quatsch zu verdauen!" Tja, einige schaffen es nicht, die Nostalgiebrille zuhause zu lassen und bestätigen mich darin, die Erinnerung an die alte Serie vielleicht doch dem Kauf der Boxen vorzuziehen. Ich jedenfalls wurde aufs beste unterhalten und egal, worauf sie in der Filmauswahl achten, wer Gute-Laune tanken will und 4 grandios aufeinander abgestimmte, spielfreudige Darsteller als Tankwart genügt, hat eine geile Fahrt vor sich!


Legacy - August, 02, 2010



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