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ALICE IN WONDERLAND

ALICE IN WONDERLAND (2010)

Regie: Tim Burton
Drehbuch: Linda Woolverton

Darsteller: Johnny Depp, Mia Wasikowska, Helena Bonham Carter, Anne Hathaway, Crispin Glover

Kamera: Dariusz Wolski
Schnitt: Chris Lebenzon
Musik: Danny Elfman

Laufzeit: 108 min.

Dt. Start: 05.03.10
Verleih: Walt Disney Pictures


Für die 19-jährige Alice Kingsley (MIA WASIKOWSKA) hält das Leben eine Überraschung bereit: Während einer viktorianischen Gartenfeier, die zu ihren Ehren ausgerichtet wird, erhält sie einen Heiratsantrag von Hamish, dem wohlhabenden, aber langweiligen Sohn von Lord und Lady Ascot. Alice flieht und bleibt der Gesellschaft eine Antwort schuldig. Sie folgt einem sonderbaren weißen Kaninchen, das mit einer Weste bekleidet ist und eine Taschenuhr bei sich trägt.

Das Kaninchen (im Original gesprochen von MICHAEL SHEEN) läuft über eine Wiese und verschwindet dann in einem Loch im Boden. Ebenso plötzlich wird auch Alice in das Loch hineingezogen und fällt durch eine eigenartige, traumähnliche Passage, bis sie schließlich in einem runden Raum mit vielen Türen landet. Nach kurzen Anfangsschwierigkeiten, die eine Flasche mit der Aufschrift “Trink mich” und einen Kuchen, der mit den Worten “Iss mich” verziert ist, beinhalten, schafft es Alice, mit Hilfe der schrumpfenden Wirkung des Tranks und der vergrößernden Wirkung des Kuchens eine der Türen zu öffnen und hindurchzugehen. Sie betritt eine zauberhafte Welt, die bei ihren Bewohnern unter dem Namen Unterland bekannt ist.

Dort trifft sie auf eine bunte Mischung von Charakteren: von der verwegenen Schlafmaus (BARBARA WINDSOR) zu dem völlig verrückten Hutmacher (JOHNNY DEPP), von der Grinsekatze (im Original gesprochen von STEPHEN FRY) zu der Wasserpfeife rauchenden Raupe Absalom (im Original gesprochen von ALAN RICKMAN), von der gruseligen Weißen Königin (ANNE HATHAWAY) zu ihrer gehässigen und launischen älteren Schwester und Herrscherin von Unterland, der Herzkönigin (HELENA BONHAM CARTER).



Review:

Wie fang ich jetzt am besten an:

Tim Burton gehört seit BEETLEJUICE (1988) zu greekgeeks Favorite-Directors und hat hier seine eigene Unterseite.
Meine Lieblingsfilme von ihm sind EDWARD SCISSORHANDS (1990), BATMAN RETURNS (1992), ED WOOD (1994), SLEEPY HOLLOW (1999) und SWEENEY TODD (2007).

Und genau in meiner Review zu SWEENEY TODD habe ich das Problem seines neusten Films bereits festgehalten:

Tim Burton ist eine Marke - kein Filmemacher.
Er hat sich eine Nische erschaffen die er bedient und ausschöpft.

Bei SWEENEY TODD meinte ich bereits, dass wenn Tim Burton nicht langsam was neues ausprobiert und neues wagt, das "ganze" Burtonesque, ziemlich langweilig werden könnte.

Nun ist ALICE IN WONDERLAND nicht langweilig, aber mehr als "nicht langweilig" ist er leider auch nicht.



Die Geschichte - die 13 Jahre nach der Original-Geschichte angelegt ist - wird zwar nett erzählt ist aber nicht spannend oder mitreissend.

Schon wieder ist ein Märchen-/Zauberland in Gefahr und schon wieder sind die "guten" Bewohner dieses Landes abhängig von einem/einer Ausserwählten.
Und - der/die Ausserwählte muss (mal wieder) die Prophezeiung erfüllen und dieses Land retten.

Natürlich kann man Geschichten mehrmals, teilweise frisch wieder erzählen.
Aber hier ist das ganze Kraftlos.

Sogar die typischen Erzählstufen einer Odyssee, die nun mal solche Geschichten ausmachen, sind teilweise belanglos und nicht unbedingt Handlungsrelevant.

Zum Beispiel ist die Rolle des verrückten Hutmachers unwichtig, wurde aber vergrößert weil Johnny Depp die Rolle übernommen hat.
Wenn man die Aktionen der Figur komplett streichen würde, hätte dies keine Auswirkungen auf den Fortlauf der Story.

Hauptdarstellerin Mia Wasiskowska bleibt leider, genau wie ihr Charakter, ziemlich blass, Anne Hathaway und Helena Bonham Carter sind solide und das einzige was herausragt sind die animierten Figuren.
Ob Kaninchen, Hunde, Frösche, Fabelwesen - alles das beste was man je, in der Form gesehen hat.



Apropos Effekte:

natürlich wird jetzt immer wieder alles an James Camerons AVATAR gemessen, aber ALICE IN WONDERLAND hat folgendes Problem:
die Mischung zwischen Real-Aufnahmen und Motion Capture Aufnahmen läuft hier nicht so reibungslos wie in AVATAR.

Cameron hatte ein klare Trennung zwischen menschlichen Darstellern und Performance-Capture Darstellern (den Navi).
Burtons Film versucht dies zu mischen. Der Assistent der böse Königin (gespielt von Crispin "George McFly" Glover) hat seinen "echten" Kopf, aber einen animierten Körper. Merke - entweder wie bei AVATAR halb/halb oder wie bei A CHRISTMAS CAROL komplett in einer animierten Filmwelt.
Dieses "Zerteilte" funktioniert wohl noch nicht.

Aber wie gesagt, das Hauptproblem ist die Regie.
Das Drehbuch ist zwar auch nicht unbedingt der Hammer, aber da Drehbuchautorin Linda Woolverton mit BEAUTY AND THE BEAST und MULAN zwei meiner Lieblings- Disney Filme geschrieben hat, gehe ich leicht davon aus, dass auch hier die Interpretation des Drehbuchs bei der Regie hängen blieb.

Aber nicht nur bei Burton ist die "auf-nummer-sicher-gehen=langeweile" entfacht:
Burtons Hauskomponist Danny Elfman ist nicht "frisches" eingefallen.
Der Score klingt wie eine Mischung aus Elfmans SOMMERSBY (1993) und BLACK BEAUTY (1994).

Was ist passiert?
Dabei war, für mich persönlich, ihre letzte Kollaboration CHARLIE AND THE CHOCOLATE FACTORY seit langen das beste war was die beiden gemeinsam gemacht haben.
Besonders die Oompa Loompa Songs!

Aber, wie ich schon 2001 zu PLANET OF THE APES sagte:
ein schwacher Burton Film ist zwar eine Enttäuschung, aber immer noch beser als manch anderer Film.

Eins gilt auf jeden Fall für diesen Film:
wenn ihr den sehen wollt dann bitte nur in 3D im Kino!


GreekGeek - Februar, 28, 2010



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